Islamischer Religionsunterricht in NRW zeigt Wirkung – doch nur wenige Schüler nutzen ihn

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Ein Schwarz-Wei├č-Logo mit einem Smiley in der Mitte, einem schwarzen Kreis, einem wei├čem Rahmen und einem wei├čem Stern mit schwarzem und gelbem Rahmen.Horst-Dieter Gertz

Islamischer Religionsunterricht in NRW zeigt Wirkung – doch nur wenige Schüler nutzen ihn

Ein neuer Bericht der Universität Münster kommt zu dem Schluss, dass der islamische Religionsunterricht (IRU) in Nordrhein-Westfalen positive Wirkung zeigt. Bisher nehmen jedoch nur wenige der berechtigten Schülerinnen und Schüler teil – obwohl Lehrer, Eltern und Schulleitungen das Angebot stark unterstützen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Ausweitung des Programms helfen könnte, gesellschaftliche Herausforderungen breiter anzugehen.

Der IRU wird derzeit nur an 247 der rund 5.400 Schulen des Landes angeboten. Mit 332 Lehrkräften, die etwa 31.673 Schüler unterrichten, liegt die Teilnahmequote bei etwa 6 % der geschätzten 500.000 muslimischen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen. Die teilnehmenden Jugendlichen beschreiben den Unterricht als ansprechend, alltagsrelevant und wirksam, um die religiöse Bildung zu stärken – besonders bei längerfristiger Teilnahme.

Lehrkräfte, Schulverantwortliche und Eltern äußern sich durchweg positiv über das Programm. Sie betonen, dass es den Schülerinnen und Schülern Orientierungswissen vermittelt und ihnen hilft, ihren Glauben selbstbewusst zu artikulieren. Der Bericht weist zudem darauf hin, dass eine längerfristige Teilnahme am IRU die Abhängigkeit von Plattformen wie TikTok verringern könnte, die mit der Verbreitung rückständiger religiöser Ansichten in Verbindung gebracht werden. Um das Programm weiter zu stärken, empfiehlt der Bericht eine landesweite Ausweitung auf alle Schulformen. Dazu gehören eine bessere personelle Ausstattung, Lehrplanressourcen und organisatorische Unterstützung. Zudem wird eine zusätzliche Schulung der IRU-Lehrkräfte im interreligiösen Dialog angeraten. Die Autoren fordern, soziale Schlüsselfragen stärker in den Fokus zu rücken, darunter Gleichberechtigung, die Prävention von Antisemitismus und Medienkompetenz.

Die Evaluation zeigt zwar deutliche Vorteile des IRU auf, offenbart aber eine Lücke zwischen Nachfrage und aktuellem Angebot. Eine Ausweitung des Programms könnte mehr Schüler erreichen und drängende gesellschaftliche Themen aufgreifen. Nun steht das Land vor der Aufgabe, Entscheidungen zu Finanzierung, Fortbildung und schulpraktischer Umsetzung zu treffen, um dieses Wachstum zu ermöglichen.