21 March 2026, 20:18

Jedes vierte Kind leidet: Psychische Belastungen an Schulen erreichen Rekordwert

Schüler marschieren in Berlin mit einer bunt bemalten "Students for Future"-Schlagzeile vor einem Hintergrund aus Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Jedes vierte Kind leidet: Psychische Belastungen an Schulen erreichen Rekordwert

Eine neue Studie offenbart zunehmende psychische Belastungen unter deutschen Schülerinnen und Schülern – bereits jedes vierte Kind ist betroffen. Das Deutsche Schulbarometer 2025/26, herausgegeben von der Robert Bosch Stiftung, nennt Leistungsdruck, Mobbing und globale Krisen als Hauptursachen. Die Ergebnisse haben eine hitzige Debatte zwischen Bildungsverbänden ausgelöst, wie Schulen darauf reagieren sollten.

Im Mittelpunkt des Streits steht der Philologenverband Nordrhein-Westfalen (PhV), dessen Kritik am Bericht auf scharfe Ablehnung stößt. Elternvertreter werfen dem Verband vor, systemische Lösungen zu ignorieren und an veralteten Schulstrukturen festzuhalten.

Das aktuelle Deutsche Schulbarometer zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler berichten von psychischen Problemen – ein Anstieg gegenüber 21 Prozent im Jahr 2024. Als Hauptgründe werden Leistungsdruck, übermäßige Arbeitsbelastung und externe Stressfaktoren wie Kriege oder die Klimakrise genannt. Fast ein Drittel der Kinder ist von Mobbing betroffen, ein schlechtes Klassenklima verschärft die Situation zusätzlich. Die Studie betont jedoch auch, dass unterstützender Unterricht, angemessene Anforderungen und ein positives Schulumfeld die psychische Gesundheit deutlich verbessern können – insbesondere bei benachteiligten Schülerinnen und Schülern.

Die Veröffentlichung des Berichts löste einen Konflikt zwischen den Bildungsverbänden aus. Der Landeselternverband für Integrative Schulen (LEiS-NRW) wirft dem PhV vor, progressive Reformen abzulehnen. Harald A. Amelang, Vorstandsmitglied des LEiS-NRW, bezeichnete die Haltung des PhV als "engstirnige Perspektive", die sich einzig auf traditionelle, selektive Schulformen konzentriere. Er kritisierte, dass der Verband soziale Ungleichheiten als unabänderlich hinnehme, statt Verantwortung zu übernehmen.

Der LEiS-NRW verwies auf integrative Schulmodelle als Beleg dafür, dass Veränderung möglich ist. Längeres gemeinsames Lernen, individuelle Förderung und weniger Trennung der Schülerinnen und Schüler nach Leistung könnten zu mehr Chancengerechtigkeit führen. Der Verband warf dem PhV vor, soziale Unterschiede als gegeben hinzunehmen, anstatt sie aktiv zu überwinden.

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Der PhV hatte argumentiert, Schulen könnten gesellschaftliche Ungleichheiten nicht allein beheben – eine Aussage, die Amelang als "trivial richtig", aber irreführend zurückwies. Er betonte, dass Schulen dennoch eine aktive Rolle dabei spielen müssten, die Startchancen von Kindern aus einkommensschwachen Familien zu verbessern.

Die Auseinandersetzung stellt die Schulen vor eine Richtungsentscheidung. Während das Deutsche Schulbarometer die Bedeutung einer unterstützenden Lernumgebung für das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler unterstreicht, sind sich die Bildungsverbände uneins, wie die Ursachen des Problems angegangen werden sollen. Integrative Modelle und gezielte Reformen werden als Lösungsansätze diskutiert, doch der Widerstand traditioneller Kräfte deutet darauf hin, dass die Debatte noch lange nicht beendet ist.

Quelle