Junge Generation wendet sich von der Demokratie ab – Studie zeigt alarmierenden Trend
Nina PohlJunge Generation wendet sich von der Demokratie ab – Studie zeigt alarmierenden Trend
Eine neue Studie offenbart einen drastischen Rückgang der Unterstützung für die Demokratie unter jüngeren Generationen. Weniger als die Hälfte der jungen Menschen gibt heute an, mit der Funktionsweise der Demokratie in der Praxis zufrieden zu sein. Gleichzeitig wachsen die Sorgen über Online-Radikalisierung und die Verbreitung undemokratischer Einstellungen in dieser Altersgruppe.
Bundesbildungsministerin Karin Prien hat Alarm geschlagen angesichts des Einflusses extremistischer Inhalte in sozialen Medien, auf Gaming-Plattformen und in Chatgruppen. Sie warnt, dass junge Menschen zunehmend emotionaler Manipulation und gewaltverherrlichenden Ideologien im Internet ausgesetzt sind.
Die Studie unterteilt die Bevölkerung in drei Gruppen: 44 % bezeichnen sich als "überzeugte Demokraten", 42 % als "fragile Demokraten" und 8 % als "Demokratiegegner". Zu den Ergebnissen gehört, dass fast die Hälfte der Befragten der Meinung ist, die Gesellschaft würde von "einer starken Einzelpartei" profitieren, die den Willen des Volkes vertritt. Dieser Wandel deutet auf eine wachsende Offenheit für undemokratische Regierungsformen hin.
Die Zufriedenheit mit der Demokratie scheint eng mit dem persönlichen Wohlbefinden verknüpft zu sein. Wer mit dem eigenen Leben zufrieden ist, bewertet auch die gesellschaftlichen Verhältnisse und demokratischen Systeme positiver. Zwar geben 73 % der jungen Menschen an, in der Schule über Demokratie zu lernen, doch nur 57 % fühlen sich sicher dabei, selbstständig politische Informationen zu finden. Eine deutliche Mehrheit von 76 % fordert mehr politische Bildung im Unterricht.
Prien wies auf die Gefahren digitaler Räume hin, in denen Frauenfeindlichkeit, Extremismus und Gewalt gezielt Jugendliche ansprechen. Sie betonte, dass Radikalisierung oft in scheinbar harmlosen Umfeldern wie Gaming-Communities oder privaten Chatgruppen beginnt.
Bundesweite Umfragen wie der MOTRA-Monitor zeigen, dass 2025 noch 85,6 % der Gesamtbevölkerung demokratische Grundsätze positiv bewerten – ein leichter Rückgang gegenüber 83,9 % im Jahr 2023. Die Studie liefert jedoch keine detaillierten Auswertungen nach Alter oder Region, sodass unklar bleibt, wie junge Menschen in bestimmten Gebieten, etwa in Nordrhein-Westfalen, im Vergleich zu früheren Erhebungen zur Demokratie stehen.
Die Ergebnisse deuten auf einen besorgniserregenden Trend hin: Jüngere Generationen fühlen sich demokratischen Werten weniger verbunden als früher. Da fast die Hälfte mit der Leistungsfähigkeit der Demokratie unzufrieden ist, werden die Forderungen nach einer verstärkten politischen Bildung und Schutzmaßnahmen gegen Online-Radikalisierung immer lauter. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen, um das demokratische Engagement von Jugendlichen zu stärken.






