Kalter Mord von 2003: Nach 22 Jahren beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter
Nina PohlHomophobie? Prozess wegen Mordes an Kellner nach 22 Jahren - Kalter Mord von 2003: Nach 22 Jahren beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter
Ein 57-jähriger Mann aus Kürten steht nun wegen des Mordes an seinem 29-jährigen Nachbarn im Jahr 2003 in Bad Driburg vor Gericht. Der Prozess, der am Landgericht Paderborn begann, markiert die erste große Verhandlung mehr als zwei Jahrzehnte nach der Tat. Erst durch moderne wissenschaftliche Methoden gelang es den Behörden, den Angeklagten Anfang 2025 zu identifizieren.
Das Opfer, ein Kellner, wurde gefesselt und mit einem Staubsaugerkabel erwürgt in seiner Wohnung aufgefunden. Seine Geldbörse, sein Handy und eine Webcam waren gestohlen worden. Die Ermittler stellten zudem fest, dass sein Auto auf einen entfernten öffentlichen Parkplatz gefahren worden war – vermutlich, um die Entdeckung der Leiche hinauszuzögern.
Anfangs vermuteten die Behörden ein homophobes Motiv, doch ein DNA-Massenvergleich in den Jahren 2003 und 2004 blieb ergebnislos. Jahrelang blieb der Fall ungelöst. Erst 2025 führten neue forensische Methoden zum entscheidenden Durchbruch, der zur Anklage des Beschuldigten führte.
Die Staatsanwaltschaft geht nun von zwei möglichen Tatmotiven aus: einer angeblichen Abneigung des Angeklagten gegen Homosexuelle sowie seinen finanziellen Schwierigkeiten zur damaligen Zeit. Der Prozess, der Ende 2025 eröffnet wurde, wird sich über acht weitere Verhandlungstage bis Januar 2026 erstrecken.
Die Verhandlung folgt auf eine langjährige und komplexe Ermittlung, die sich über mehr als zwei Jahrzehnte hinzog. Nun wird das Gericht die Beweislage prüfen, die den Angeklagten mit der Tat in Verbindung bringt. Ein Urteil wird nach den abschließenden Verhandlungen Anfang 2026 erwartet.






