Katharina Sieverding zeigt ihr Gesicht – und die Welt blickt hin
Horst-Dieter GertzKatharina Sieverding zeigt ihr Gesicht – und die Welt blickt hin
Ihr Gesicht zur Welt: Katharina Sieverding im K21 Düsseldorf
Teaser: Sie hat der Welt ihr Gesicht gezeigt – immer wieder, in monumentalen Selbstporträts. Unverwechselbar. Man würde gern wissen, was Katharina Sieverding antreibt.
Eine große Retrospektive von Katharina Sieverdings Werk ist nun im K21 in Düsseldorf zu sehen. Die Ausstellung präsentiert Jahrzehnte ihres einflussreichen Schaffens – von frühen Filmen bis zu markanten Selbstbildnissen. Bis zum 23. März 2025 können Besucher ihre mutigen politischen Aussagen und experimentellen Installationen erkunden.
Sieverding machte erstmals in den späten 1960er-Jahren als Schülerin von Joseph Beuys auf sich aufmerksam. Sie beteiligte sich an Protesten gegen das starre Akademiesystem und stellte die traditionelle Kunstausbildung infrage. Ihr früher Film Leben-Tod (1969) sorgte für Furore, als er in gespiegelter Projektion gezeigt wurde und so seine emotionale Wirkung verstärkte.
Im Mittelpunkt der Schau stehen ihre Selbstporträts, in denen ihr Gesicht zum Medium der Reflexion und Identität wird. Manche Werke, wie die Kristallisationsbilder von 1992, nehmen eine abstrakte Wendung – mikroskopische Ansichten kristallisierten Blutes. Politische Themen spielen ebenfalls eine zentrale Rolle, etwa in Schlachtfeld Deutschland oder einer digitalen Überlagerung des Konzentrationslagers Sachsenhausen mit dem Berliner Holocaust-Mahnmal.
Installationen wie Transformers verschmelzen Porträts Sieverdings und ihres Partners Klaus Mettig zu hybriden Figuren. Ein deutsch-englischer Katalog des Wienand Verlags (32 €) begleitet die Besucher durch ihr Lebenswerk. Am 7. Dezember 2024 wird die Künstlerin selbst über ihren Wechsel vom Theater zur Fotografie und zur Selbsterforschung sprechen.
Der Eintritt ins K21 (Ständehausstraße 1) kostet 14 €, Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren haben freien Eintritt. Die Ausstellung läuft bis zum 23. März 2025 und bietet eine seltene Gelegenheit, Sieverdings bahnbrechende Beiträge zur Fotokunst zu erleben.
Die Retrospektive vereint ihre bedeutendsten Werke – von frühen Experimenten bis zu aktuellen politischen Arbeiten. Die Veranstaltung am 7. Dezember gibt direkte Einblicke in ihren künstlerischen Werdegang. Die Schau bleibt noch mehrere Monate geöffnet und lädt das Publikum ein, sich mit ihrer kraftvollen Bildsprache auseinanderzusetzen.






