„Katzen!“: Wie Samtpfoten Kunst, Mythos und Internet eroberten
Horst-Dieter GertzGöttin und Internet-Star - Warum faszinieren uns Katzen so sehr? - „Katzen!“: Wie Samtpfoten Kunst, Mythos und Internet eroberten
Eine große neue Ausstellung in München erkundet die faszinierende Geschichte und kulturelle Bedeutung von Katzen
Unter dem Titel „Katzen!" öffnet die Schau am 16. September 2026 im Museum am Rothenbaum (MARKK) in München. Von der antiken Verehrung bis zum modernen Internet-Ruhm untersucht die Ausstellung, wie diese Tiere Kunst, Religion und Gesellschaft auf überraschende Weise geprägt haben.
Katze wurden im Laufe der Zeit höchst unterschiedlich wahrgenommen: Im alten Ägypten galten sie als heilige Beschützerinnen, verbunden mit einer katzengestaltigen Göttin, die Mütter bewachte. Jahrhunderte später, im frühneuzeitlichen Europa, fürchtete man sie als Begleiterinnen der Hexerei. Auch im Hinduismus spielen sie eine besondere Rolle – die Göttin Sashthi wird oft auf einem schwarzen Kater reitend dargestellt, ein Symbol für Fruchtbarkeit und Fürsorge.
Die Ausstellung zeigt, wie Katzen menschliche Emotionen und Widersprüche widerspiegeln: Mal erscheinen sie als sanfte Gefährten, mal als geheimnisvolle, ungebändigte Wesen. Diese Doppelnatur macht sie zu einem immer wiederkehrenden Motiv in der Kunst – von religiösen Ikonen bis zu modernen Meisterwerken. Kuratiert von Lara Selin Ertener, präsentiert „Katzen!" Werke einiger der bedeutendsten Namen der Kunstgeschichte. Zu sehen sind katzeninspirierte Stücke von Andy Warhol, Keith Haring und Jean-Michel Basquiat sowie surrealistische Interpretationen von Salvador Dalí und Pablo Picasso. Die Schau verfolgt zudem die Rolle der Katze in den Medien – von frühen Stummfilmen bis zu heutigen KI-generierten Bildern und viralen Videos. Noch immer dominieren Katzen die sozialen Medien: Ihre verspielten Possen und niedlichen Mienen machen sie zu globalen Stars. Ihr Reiz reicht von antiker Mythologie bis zur digitalen Kultur und beweist ihren anhaltenden Einfluss.
Die Ausstellung läuft bis zum 29. November 2026 und bietet einen tiefen Einblick in die Verbindung zwischen Katzen und menschlicher Kreativität. Sie vereint Jahrhunderte an Kunst, Folklore und modernen Trends und zeigt, warum diese Tiere uns weiterhin faszinieren. Für alle, die sich für Geschichte, Kultur oder schlicht für Katzen begeistern, verspricht „Katzen!" eine einzigartige Perspektive.






