23 April 2026, 14:35

"Kein Körper passt" feiert rauschende Bühnenpremiere in Berlin

Eine farbenfrohe Papierreproduktion, die die Lebensphasen von Frauen von der Kindheit bis ins hohe Alter zeigt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

"Kein Körper passt" feiert rauschende Bühnenpremiere in Berlin

Die Bühnenadaption von Kein Körper passt feierte am Dienstagabend vor ausverkauftem Haus im Berliner Vaganten Bühne Premiere. Basierend auf dem preisgekrönten Debütroman von Kim de l'Horizon erzählt das Stück die Geschichte der genderfluiden Protagonistin Kim, die sich mit familiären Traumata und der eigenen Identität auseinandersetzt.

Kims Weg beginnt, als ihre Großmutter, die sie Großmeer nennt, an Demenz erkrankt. Ihre Ablehnung von Kims Kleidung löst eine tiefere Auseinandersetzung mit der Vergangenheit aus – verwurzelt in einem Schweizer Vorort und einer mütterlich geprägten Blutlinie, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Unter einer Blutbuche, die ihr Urgroßvater gepflanzt hat, findet Kim Geborgenheit und eine Verbindung zu den vergrabenen Geschichten ihrer Familie.

Auf der Bühne verkörpern drei Schauspieler:innen Kim, wobei jede:r unterschiedliche Facetten ihrer fließenden Identität darstellt. Ihr Kampf gegen starre Geschlechterrollen entfaltet sich parallel zu einer Modeschau, bei der das Trio in weißen Spitzenkleidern über den Laufsteg schreitet. Der Höhepunkt der Aufführung ist die symbolische Beisetzung des Großen Meeres – eine Metapher für das Durchbrechen des Schweigens über die transgenerationalen Traumata der Familie.

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Der zugrundeliegende Roman gewann 2022 sowohl den Deutschen als auch den Schweizer Buchpreis. Nun verwandelt die Bühnenfassung Kims Suche nach Selbstakzeptanz in ein packendes, theatralisches Erlebnis. Die Premiere markiert eine mutige Neuinterpretation von Kims Geschichte, die persönliche und ahnenbezogene Konflikte verbindet. Indem die Protagonistin Scham überwindet und ihren Körper zurückerobert, lädt sie das Publikum ein, eine Reise der Heilung mitzuerleben. Die ausverkaufte Vorstellung deutet auf großes Interesse an der rohen, poetischen Erforschung von Identität und Geschichte hin.

Quelle