Klimagipfel in Bonn: Die Welt kämpft um die gerissene 1,5-Grad-Grenze
Christoph DöhnKlimagipfel in Bonn: Die Welt kämpft um die gerissene 1,5-Grad-Grenze
Über 6.500 Delegierte aus 186 Ländern haben sich in Bonn zu zehn Tagen intensiver Klimaverhandlungen versammelt. Die Gespräche finden statt, während die globalen Temperaturen bereits um mehr als 1,5 °C über das vorindustrielle Niveau gestiegen sind – und damit eine zentrale Vorgabe des Pariser Abkommens überschreiten.
Das 2015 beschlossene Pariser Abkommen setzte sich zum Ziel, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu begrenzen, mit Bemühungen, sie bei 1,5 °C zu stoppen. Die Staaten verpflichteten sich zu freiwilligen nationalen Klimazielen, doch die Fortschritte blieben hinter den Erwartungen zurück. Die USA zogen sich unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump vorübergehend aus dem Abkommen zurück, traten später jedoch wieder bei.
UN-Klimachef Simon Stiell hat die Regierungen aufgefordert, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschleunigen. Er warnte, dass Verzögerungen die Klimafolgen verschärfen und die wirtschaftliche Stabilität gefährden könnten. Der anhaltende Krieg im Nahen Osten hat bereits die Energiemärkte durcheinandergebracht, die Treibstoffkosten und die Inflation in die Höhe getrieben.
Stiell betonte zudem, wie die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen die Energiesicherheit untergräbt und Volkswirtschaften destabilisiert. Die Bonner Gespräche sollen die Staaten zu konkreteren Schritten bei der Umsetzung ihrer Pariser Zusagen drängen.
Die Verhandlungen in Bonn werden zeigen, ob es den Ländern gelingt, die Kluft zwischen ihren Klimaversprechen und der tatsächlichen Umsetzung zu schließen. Angesichts der bereits überschrittenen 1,5-°C-Marke ist der Druck, fossile Energieträger schrittweise abzuschaffen und die Pariser Ziele zu erreichen, größer denn je. Die Ergebnisse dieser Beratungen könnten die globale Energiepolitik der kommenden Jahre prägen.






