Kölner Behörden zerschlagen Uber- und Bolt-Netz mit harten Strafen und Stilllegungen
Nina PohlKölner Behörden zerschlagen Uber- und Bolt-Netz mit harten Strafen und Stilllegungen
Die Kölner Behörden gehen hart gegen Mietwagen vor, die von Fahrvermittlungsdiensten wie Uber und Bolt genutzt werden. Bei Kontrollen in den vergangenen zwei Jahren wurden die Hälfte aller überprüften Fahrzeuge mit Bußgeldern belegt, 140 davon wurden stillgelegt. Die Behörden vermuten nun, dass unter den Fahrern flächendeckend nicht angemeldete Schwarzarbeit und Sozialbetrug stattfinden.
Zwischen 2023 und 2025 führten das Kölner Ordnungsamt, die Verkehrsbehörde und die Polizei gezielte Kontrollen bei Uber, Bolt und ähnlichen Anbietern durch. Dabei kam es bei 366 von 730 überprüften Fahrzeugen zu Ordnungswidrigkeitsverfahren. Über 200 Betreiber müssen nun mit juristischen Konsequenzen rechnen, während 140 Fahrzeuge außer Betrieb genommen wurden.
Viele Fahrer missachten die gesetzliche Vorschrift, nach jeder Fahrt zum Firmensitz zurückzukehren. Stattdessen warten sie an frequentierten Orten wie dem Flughafen Köln/Bonn oder dem Hauptbahnhof auf neue Kunden. Diese Praxis, bekannt als "Leerfahrten-Vermeidung", steigert zwar die Effizienz, verstößt jedoch gegen das Personenbeförderungsgesetz. Die Kölner Taxi-Genossenschaft hat bereits mehr als 100 Klagen gegen Uber- und Bolt-Fahrer eingereicht. In diesen Fällen verhängten Gerichte hohe Strafen. Gleichzeitig ermitteln Zollbehörden gegen Unternehmen, die im Verdacht stehen, Steuern zu hinterziehen und Sozialabgaben vorzuenthalten.
Uber betont, dass alle Partnerunternehmen auf seiner Plattform die Gesetze einhalten müssten. Das Unternehmen bestehe darauf, in Deutschland keine eigene Flotte zu betreiben. Kritiker werfen dem Geschäftsmodell jedoch vor, darauf angewiesen zu sein, dass Fahrer die Rückkehrpflicht umgehen – andernfalls würden Wartezeiten und Kosten steigen.
Die Razzia hat strukturelle Probleme im Fahrvermittlungsgewerbe offenbart: Hunderte Bußgelder wurden verhängt, Fahrzeuge beschlagnahmt. Die Ermittlungen zu Steuerhinterziehung und Sozialbetrug laufen noch. Würde die Rückkehrpflicht konsequent durchgesetzt, müssten Uber und Bolt ihr Geschäftsmodell in Köln grundlegend ändern.






