16 March 2026, 10:18

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Domarchitekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, zieht derzeit jährlich sechs Millionen Menschen an. Die Pläne für die neue Gebühr haben unter Denkmalschützern und in der Öffentlichkeit eine Debatte ausgelöst.

Die für den Dom zuständigen Stellen beabsichtigen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest. Kritik an dem Vorhaben kommt von Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin, die argumentiert, dass ein Eintrittsgeld die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Bauwerks untergraben könnte.

Schock-Werner warnte, dass eine Gebühr viele Besucher abschrecken könnte. Sie bezeichnete den Dom als "unseren Dom" und betonte damit seine tiefe Verbindung zur Identität der Stadt. Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Finanzmittel notwendig seien, doch dürften wirtschaftliche Zwänge nicht die Bedeutung der Stätte in den Hintergrund drängen.

Die öffentliche Reaktion in Deutschland auf ähnliche Vorschläge war bisher gespalten. Zwischen 2019 und 2023 zeigten Diskussionen über Eintrittsgelder an bedeutenden religiösen und historischen Stätten – darunter auch Klöster – die Spannungen zwischen Zugänglichkeit und Erhalt auf. Einige Denkmalschützer befürchten sinkende Besucherzahlen, andere halten Gebühren für unverzichtbar, um die Instandhaltung zu sichern.

Die geplante Eintrittsgebühr könnte das Erlebnis des Kölner Doms grundlegend verändern. Sollte sie eingeführt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel für eine Stätte, die lange Zeit für alle offenstand. Die Entscheidung könnte zudem künftige Richtlinien für andere Denkmäler prägen, die vor ähnlichen Finanzierungsproblemen stehen.

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