Kölner Kampagne stellt Polizeistrategien infrage – und fordert echte Sicherheit für alle

Christoph Döhn
Christoph Döhn
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Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift 'Rechte für alle Menschen Stoppt Polizeigewalt' auf dem Boden stehend mit einem Straßenschild, einem Schild, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Christoph Döhn

Kölner Kampagne stellt Polizeistrategien infrage – und fordert echte Sicherheit für alle

Neue Kampagne in Köln stellt polizeiliche Überwachung als Sicherheitskonzept infrage

Eine neue Initiative in Köln hinterfragt, ob die Stadt mit Polizeipräsenz und Überwachung wirklich für mehr Sicherheit in den Gemeinden sorgt. Die Kampagne "Sicherheit für Alle" argumentiert, dass Maßnahmen wie Kameras und Streifen die eigentlichen Sicherheitsbedenken nicht lösen – besonders nicht, nachdem im Zuge des Hanau-Anschlags 2020 Notrufe ignoriert wurden.

Im Mittelpunkt der Kampagne steht der Stadtteil Kalk, wo Aktivist:innen ein alternatives Sicherheitsmodell vorstellen. Statt auf mehr Polizei zu setzen, betonen sie soziale Absicherung und Gemeinschaftsunterstützung als wirksamere Lösungen. Gruppen wie "Kalk Solidarisch" und das "Toni-Nachbarschaftszentrum" verkörpern diesen Ansatz.

Aktuell betreibt Köln rund 220 feste Überwachungskameras, wobei die Nutzung von KI-gestützter Gesichtserkennung zunehmend kritisch gesehen wird. Der "Masterplan Kommunale Sicherheit" der Stadt zielt besonders auf Stadtteile wie Kalk und Ehrenfeld ab – oft verbunden mit häufigeren Razzien in Betrieben, die Migrant:innen gehören. Kritiker:innen werfen der Stadt vor, damit gezielt Migrant:innen und Obdachlose zu stigmatisieren.

Zudem setzen die Behörden auf Software wie "Gotham", um Datenerfassung zu automatisieren und Polizeidatenbanken abzugleichen. Cuso Ehrich, Mitglied der Kampagne, vergleicht Kölns Sicherheitspolitik mit dem rassistischen Anschlag in Hanau, bei dem die Behörden trotz Vorwarnungen nicht handelten. Die Aktivistin Elia Lorber wirft der Stadt vor, mit ihren Maßnahmen vor allem migrantische und Arbeiter:innen-Gemeinschaften zu kontrollieren.

Die "Sicherheit für Alle"-Kampagne fordert einen Kurswechsel weg von Überwachung und Polizeieinsätzen. Stattdessen sollen gemeindegeführte Initiativen im Vordergrund stehen, die nachweislich mehr Sicherheit schaffen. Währenddessen setzt Köln weiterhin auf den Ausbau von Kameras und datengestützter Polizeiarbeit – trotz Vorwürfen wegen Rassismus und ignorierter Notfälle.