10 February 2026, 18:17

Kölner Karneval meidet Putin-Satire – Düsseldorf übernimmt das heikle Thema

Eine Karikatur in einer russischen Zeitung mit dem Titel "Die russische Revolution" zeigt einen Mann in Anzug, Mantel und Hut, der entschlossen auf eine große Zuschauermenge schaut.

Kölner Karnevalisten verteidigen das Fehlen eines Putin-Wagen - Kölner Karneval meidet Putin-Satire – Düsseldorf übernimmt das heikle Thema

Kölner Karneval verzichtet in diesem Jahr auf Wagen mit Putin-Satire

Der diesjährige Rosenmontagszug in Köln wird ohne einen Motivwagen auskommen, der den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Schippe nimmt. Die Veranstalter haben das umstrittene Thema stattdessen an die Arbeitsagentur in Düsseldorf übergeben, die für ihre politische Karikatur bekannt ist. Die Entscheidung fällt zu einer Zeit, in der die Arbeitsagentur in Russland wegen ihrer früheren satirischen Kreationen mit Strafverfolgung konfrontiert ist.

Dennoch wird der Kölner Umzug weiterhin Wagen mit Spott über andere Politiker zeigen – darunter den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und die deutsche Ampelkoalition.

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Der Kölner Zugleiter Marc Michelske bestätigte, dass der diesjährige Rosenmontagszug keinen Putin-bezogenen Wagen enthalten werde. Stattdessen wird die Arbeitsagentur, die für ihre scharfe politische Satire bekannt ist, das Thema für den Düsseldorfer Karneval aufgreifen. Die Arbeitsagentur hatte mit ihren Motiven bereits mehrfach den Unmut Moskaus auf sich gezogen, was schließlich dazu führte, dass russische Behörden ein Strafverfahren gegen sie einleiteten.

Die in Moskau erhobenen Vorwürfe lauten auf Verleumdung staatlicher Institutionen und die Verbreitung falscher Informationen über das russische Militär. Ein Prozesstermin ist für den 26. Februar 2026 angesetzt, nachdem frühere Verhandlungen wegen abwesender Zeugen verschoben werden mussten. Trotz des juristischen Drucks setzt die Arbeitsagentur ihre Arbeit fort, auch wenn sie inzwischen mit Todesdrohungen konfrontiert ist und Reisen in Länder mit Auslieferungsabkommen nach Russland meidet. Für zusätzlichen Schutz koordiniert sie sich mit dem Auswärtigen Amt.

Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, unterstützt die Entscheidung, auf einen Putin-Wagen im heimischen Umzug zu verzichten. Die Veranstaltung wird dennoch andere politische Ziele karikieren und so die Tradition der beißenden Satire aufrechterhalten – nur ohne direkte Anspielungen auf den Kreml in diesem Jahr.

Die Arbeitsagentur wird stattdessen in Düsseldorf zu sehen sein, während sich der Kölner Zug auf andere Politiker konzentriert. Der Rechtsstreit in Russland hat ihre kreative Arbeit nicht gestoppt, zwingt sie jedoch zu Änderungen bei Reisen und Sicherheitsvorkehrungen. Beide Städte werden ihre Karnevalsfeiern wie geplant durchführen und die Tradition der Satire trotz internationaler Spannungen bewahren.