Kölner Rosenmontagszug: Warum Pferde im Karneval immer umstritten bleiben

Nina Pohl
Nina Pohl
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Ein hell erleuchtetes Karussell mit Pferden, umgeben von einem Geländer und Säulen, in einem Gebäude, das eine festliche Atmosphäre schafft.Nina Pohl

Pferde beim Rosenmontagszug in Köln? Für und Wider - Kölner Rosenmontagszug: Warum Pferde im Karneval immer umstritten bleiben

Der Einsatz von Pferden beim Kölner Rosenmontagszug bleibt ein umstrittenes Thema, da Tierschutzorganisationen eine vollständige Abschaffung fordern. In diesem Jahr sollen rund 230 Pferde teilnehmen – trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich Stress und Sicherheit. Kritiker argumentieren, dass laute Menschenmengen, Musik und fliegende Süßigkeiten gefährliche Bedingungen für Tiere und Zuschauer schaffen.

Pferde sind seit langem fester Bestandteil der Kölner Karnevalsfeiern, doch ihre Beteiligung stößt zunehmend auf Widerstand. Tierschutzorganisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund behaupten, die Tradition verursache unnötiges Leid. Sie verweisen auf einen Vorfall aus dem Jahr 2018, bei dem panische Kutschpferde durchgingen und mehrere Menschen verletzten – ein Ereignis, das später zu einem Verbot von Pferden an der Seite von Musikgruppen führte.

Das Festkomitee des Kölner Karnevals pocht hingegen auf strengere Regeln, darunter regelmäßiges Training und Gesundheitschecks für die Tiere. Die Richtlinien sehen zudem Pausen, erfahrene Betreuer und eine schrittweise Gewöhnung an den Lärm des Umzugs vor. Dennoch hält der bekannte Karnevalskünstler Jacques Tilly den Einsatz von Pferden in modernen Feiern für überholt und nicht mehr vertretbar.

Andere deutsche Städte haben bereits Konsequenzen gezogen: Bonn verbot 2019 Pferde bei Karnevalsumzügen mit Verweis auf Tierschutzbedenken. Bis 2026 folgten mindestens fünf weitere Städte – Aachen, Düsseldorf, Mainz, Münster und selbst Köln bei einigen Veranstaltungen. Viele ersetzten Pferdekutschen durch motorisierte Fahrzeuge, Elektrokarren oder kostümierte Fußgruppen, die die Wagen ziehen.

Die Debatte über Pferde im Kölner Umzug dauert an, während Tierschützer ein generelles Verbot fordern. Während einige Städte die Tradition bereits auslaufen lassen, verteidigen Kölner Karnevalsverantwortliche sie mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Die Entscheidung wird zeigen, ob sich dieser jahrhundertealte Brauch mit modernen Tierschutzstandards vereinbaren lässt.

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