Kölns neuer Kampf gegen Drogen: Strengere Regeln und legale Alternativen
Kristiane DippelKölns neuer Kampf gegen Drogen: Strengere Regeln und legale Alternativen
Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester hat Pläne für eine stadtweite Initiative zur Bekämpfung von Drogenproblemen vorgestellt. Im Fokus stehen Brennpunkte wie der Neumarkt, wo öffentlicher Drogenkonsum und -handel zu anhaltenden Herausforderungen geworden sind. Burmester setzt auf strengere Kontrollen im öffentlichen Raum und erprobt gleichzeitig neue Ansätze in der Suchthilfe.
Kernstück des Konzepts ist ein neues Suchthilfezentrum in der Nähe des Neumarkts. Die Einrichtung umfasst einen Drogenkonsumraum mit betreuten Bereichen für das Inhalieren und intravenöse Konsumieren. Sie ersetzt eine ältere Stelle und soll den öffentlichen Drogenkonsum in der Umgebung verringern.
Burmester wirbt zudem für eine Kehrtwende in der Politik gegenüber dem Kleinhandel mit Drogen. Sein Vorschlag sieht vor, dass kleine Transaktionen innerhalb von Suchthilfezentren legal erlaubt werden könnten. Er argumentiert, dass das aktuelle Verbot Beschaffungskriminalität wie Diebstahl begünstige und die Ursachen von Suchterkrankungen nicht bekämpfe.
Gleichzeitig vertritt der Oberbürgermeister eine Null-Toleranz-Haltung gegenüber öffentlichem Drogenkonsum und dem Aufenthalt in Dealerszenen. Polizei- und Ordnungsstreifen sollen deutlich ausgeweitet werden, um offenen Konsum und Handel einzudämmen. Gespräche über die Ausweitung ähnlicher Maßnahmen laufen bereits mit anderen Städten, darunter Düsseldorf.
Der zweigliedrige Ansatz – verschärfte öffentliche Kontrollen kombiniert mit geregeltem Zugang in Beratungsstellen – stellt einen Bruch mit früheren Strategien dar. Burmesters Team arbeitet derzeit an rechtlichen Rahmenbedingungen, um den Kleinhandel-Vorschlag zu ermöglichen und gleichzeitig die Aufsicht in öffentlichen Bereichen zu verstärken.
Falls umgesetzt, würde die Initiative betreute Drogenkonsumräume in Köln und möglicherweise weiteren Großstädten einführen. Die Maßnahme sieht zudem eine verstärkte Polizeipräsenz an bekannten Brennpunkten vor und testet den legalen Kleinhandel in kontrollierten Umgebungen. Der Erfolg des Plans hängt von behördlichen Genehmigungen und der Zusammenarbeit der lokalen Behörden ab.






