Kunstakademie Düsseldorf hält trotz Kritik an umstrittenen Äußerungen an Veranstaltung fest

Christoph Döhn
Christoph Döhn
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Eine Wand mit den Worten "free palestine" in schwarzer Graffiti-Schrift, beleuchtet von einem Licht oben.Christoph Döhn

Palästinensischer Künstler tritt nicht in der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält trotz Kritik an umstrittenen Äußerungen an Veranstaltung fest

Eine geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif hat für Kontroversen gesorgt. Jüdische Organisationen fordern die Absage der Veranstaltung und verweisen dabei auf ihre Aktivitäten in sozialen Medien. Die Akademie hat sich jedoch entschieden, die Veranstaltung wie geplant durchzuführen und gleichzeitig die Kritik aufzugreifen.

Der Streit begann, als jüdische Gruppen, darunter die Jüdische Gemeinde Düsseldorf sowie das Netzwerk jüdischer Akademiker:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Absage der Veranstaltung forderten. Sie verwiesen auf frühere Beiträge al-Sharifs in sozialen Medien, in denen ihrer Ansicht nach Terrorismus verherrlicht und antisemitische Hetze gegen Israel verbreitet werde.

Die Akademie führte zunächst Gespräche mit den studierenden Organisator:innen, um klare Rahmenbedingungen für die Veranstaltung festzulegen. Trotz der Kritik lehnte sie den Antrag auf Absage ab und betonte, dass Antisemitismus und die Verherrlichung von Gewalt nicht toleriert würden. Gleichzeitig bekräftigte die Akademie ihr Bekenntnis zur künstlerischen Freiheit und zur offenen Auseinandersetzung mit dem Werk von Künstler:innen.

Um einen respektvollen Rahmen zu gewährleisten, wird die geplante Diskussion von den Studierenden selbst moderiert. Die Akademie versicherte, dass die Veranstaltung durch eine kontextualisierende Einordnung begleitet werde, um Bedenken zu adressieren. Die Einladung an al-Sharif basiere auf ihrer international anerkannten künstlerischen Praxis, die die Institution weiterhin unterstütze.

Die Veranstaltung wird wie geplant stattfinden, wobei Maßnahmen ergriffen wurden, um einen respektvollen Dialog zu fördern. Die Haltung der Akademie zeigt das Spannungsfeld zwischen der Wahrung der Meinungsfreiheit und der Auseinandersetzung mit als beleidigend empfundenen Inhalten. Die jüdischen Gruppen bleiben bei ihrer Ablehnung und argumentieren, dass die früheren Äußerungen der Künstlerin sie als Rednerin disqualifizieren sollten.