Kushners Luxusressort in Albaniens Nationalpark löst Proteste und politische Spannungen aus
Kristiane DippelKushners Luxusressort in Albaniens Nationalpark löst Proteste und politische Spannungen aus
Albanien hat einem mit Jared Kushner verbundenen Unternehmen Sonderrechte für den Bau eines Luxusressorts auf einer geschützten Insel im ersten Wildfluss-Nationalpark Europas eingeräumt. Das Vjosa-Narta-Delta, ein Biodiversitäts-Hotspot an der Adria, wurde 2023 zum Nationalpark erklärt. Seither gibt es Proteste, bei denen sich Anwohner gegen das Projekt stellen und zur Demonstration rosa Flamingo-Ausschnitte schwenken.
Die albanische Regierung verlieh dem Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“ – laut Berichten unter Verzicht auf Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen. Dieser Schritt stößt auf Kritik, da er die üblichen Verfahren für solche Vorhaben umgeht.
Die Proteste gegen das Resort begannen kurz nach Baubeginn. Ministerpräsident Edi Rama machte öffentlich den Iran für die Unruhen verantwortlich und bezeichnete die Demonstranten als „iranische Männer und Frauen“, die nach Freiheit strebten. Seine Äußerungen lenkten von innenpolitischen Sorgen ab – etwa Korruption und Umweltschäden.
Der Konflikt ist von einem komplexen Geflecht internationaler Interessen geprägt. Hinter dem Milliardenprojekt steht Jared Kushner, der Schwiegersohn des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Seine Verbindungen zu Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und die proamerikanische Haltung Albaniens verleihen der Kontroverse zusätzliche Brisanz. Albanien hat sich eng an die USA und Israel angebunden, etwa durch die Teilnahme an Trumps „Friedensgipfel“ und die Entsendung von Friedenssoldaten in den Gazastreifen.
Seit 2013 haben zudem Tausende Mitglieder der Muǧahidīn-e Chalq (MEK), einer iranischen Oppositionsgruppe, in Albanien eine neue Heimat gefunden. Rama nutzt die Gruppe als Instrument gegen Teheran, was die politische Lage weiter verkompliziert. Die Europäische Union zeigt sich besorgt über Korruption und schwache Rechtsstaatlichkeit in Albanien und warnt, dass Beitrittshilfen an Reformen in diesen Bereichen geknüpft werden könnten.
Das Resort-Projekt verdeutlicht die Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz in Albanien. Die beschleunigte Genehmigung des Vorhabens hat Widerstand provoziert, während die Außenpolitik des Landes es enger an US-amerikanische und israelische Interessen bindet. Die Haltung der EU zu Korruption und Transparenz könnte Albaniens Weg in Richtung Mitgliedschaft und Rechenschaftspflicht prägen.
