La Scala erhöht Preise für Top-Plätze – Proteste bei Carmen-Premiere
Christoph DöhnLa Scala erhöht Preise für Top-Plätze – Proteste bei Carmen-Premiere
Mails La Scala erhöht Preise für begehrte Plätze um über 30 Prozent
Das Mailänder Opernhaus La Scala hat die Ticketpreise für 36 seiner gefragtesten Plätze um mehr als 30 Prozent angehoben. Die Entscheidung löste heftige Reaktionen bei Stammgästen und Nutzern sozialer Medien aus. Bei der Premiere von Giuseppe Verdis Carmen kam es sogar zu Protesten.
Die Preiserhöhungen betreffen nur eine kleine Anzahl exklusiver Sitze. Im Schnitt fällt die Anpassung moderat aus: Plätze in den oberen Rängen steigen von 45,56 Euro in der Spielzeit 2025–26 auf 46,94 Euro im Folgejahr – ein Plus von 1,48 Euro. Deutlich stärker betroffen sind jedoch Abo-Karten, deren Preise von 800 auf 1.050 Euro klettern.
Die Leitung von La Scala betont, dass lediglich 36 von 531 Plätzen teurer werden. Zudem seien die Preise seit einem Jahrzehnt unverändert geblieben und würden unter dem aktuellen Intendanten Fortunato Ortombina stabil bleiben. Das Haus hat ohnehin bereits die höchsten Ticketpreise Europas – nur das Salzburger Festspiele liegen noch darüber.
Obwohl die Oper derzeit mit einem Überschuss wirtschaftet, begründet die Leitung die Anpassung mit anstehenden Tarifverhandlungen und der Verlegung der Werkstätten. Dennoch wächst die Unzufriedenheit, besonders unter den Loggionisti, den treuen Fans der oberen Ränge.
Kritiker sprechen von einer „Gentrifizierung der Scala“ und werfen dem Haus vor, sich zu einer Einrichtung für Wohlhabende zu entwickeln. Die Leitung hält die Empörung für übertrieben. Die Debatte um den Spagat zwischen finanziellen Notwendigkeiten und dem traditionellen Publikum dauert an.






