21 March 2026, 02:19

Lamin Leroy Gibba gewinnt Blauen Panther für seine persönliche ARD-Serie Black Fruits

Zeitungsüberschrift "Deutschlands neue Jungs demütigen die Schweizer" mit einem Foto von lachenden Männern in weißen Uniformen, die feiern.

Du hast keine Rollen für Schwarze Menschen? Dann 'Auf Wiedersehen, Deutschland!' - Lamin Leroy Gibba gewinnt Blauen Panther für seine persönliche ARD-Serie Black Fruits

Lamin Leroy Gibba erhält den Bayerischen Fernsehpreis (Blauer Panther) für seine ARD-Serie Black Fruits. Die Produktion, die sich mit Rassismus, Sexismus und Homophobie im Alltag auseinandersetzt, ist zudem für den Grimme-Preis nominiert. Gibba ist nicht nur Schöpfer und Autor der Serie, sondern spielt auch die Hauptrolle des Lalo.

Das Projekt hat für ihn eine tief persönliche Bedeutung – es spiegelt seine eigenen Erfahrungen als schwarzer, queerer Mann in Deutschland wider.

Geboren 1994 in Münster, wuchs Gibba als ältestes von sechs Geschwistern in Hamburg auf. Seine Karriere führte ihn nach New York, wo er an der The New School der NYU Schauspiel studierte und auf Stars wie Julianne Moore und Emma Stone traf. Erste Erfolge folgten, darunter ein Platz auf der Forbes-Liste "30 unter 30" und eine Auszeichnung für einen Kurzfilm.

Nach fünf Jahren in den USA kehrte er mit der Idee zu Black Fruits nach Deutschland zurück. Frustriert über das Fehlen substanzoller Rollen für schwarze Schauspieler, entwickelte er die Serie als Herzensprojekt. Im Mittelpunkt steht Lalo, ein schwarzer, schwuler Mann aus Hamburg – eine Figur, die Gibbas eigene Identität widerspiegelt. Hinter der Kamera setzte er bewusst auf queere Menschen und People of Color, um authentische Repräsentation zu gewährleisten.

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Gibbas Erfahrungen in Deutschland prägten die Serie maßgeblich. Als Kind wurde er wegen seiner Hautfarbe von einer Pippi-Langstrumpf-Theaterproduktion ausgeschlossen. Dieser Konflikt zwischen Selbstwahrnehmung und gesellschaftlichen Erwartungen wurde zur treibenden Kraft hinter Black Fruits. Statt Diskriminierung zu dramatisieren, verwebt die Serie Rassismus, Sexismus und Homophobie in Alltagsszenen – sie sind Teil der Handlung, ohne sie zu dominieren.

Der Bayerische Fernsehpreis und die Grimme-Preis-Nominierung unterstreichen den Einfluss von Black Fruits auf das deutsche Fernsehen. Gibbas Arbeit stellt Branchenstandards infrage, indem sie marginalisierte Stimmen sowohl vor als auch hinter der Kamera in den Vordergrund rückt. Die Serie bietet eine seltene, vielschichtige Darstellung von intersektionalen Identitäten im deutschen Mainstream.

Quelle