Laumann diskutiert streitige Apothekenpauschale mit Noweda in Essen

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
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Eine Apotheke mit einem vor ihr geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.Kristiane Dippel

Laumann diskutiert streitige Apothekenpauschale mit Noweda in Essen

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann besucht Noweda-Logistikzentrum in Essen

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (Nordrhein-Westfalen) hat kürzlich das Logistikzentrum des Pharma-Großhändlers Noweda in Essen besucht, um über drängende Fragen der Apothekenbranche zu sprechen. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit der Unternehmensführung stand die seit Langem umstrittene Apothekenpauschale – die feste Vergütung, die Apotheken pro Rezept erhalten – sowie weitere Finanzierungsfragen und die Ausweitung der Dienstleistungen.

Während des Besuchs informierte sich Laumann über das Logistikzentrum, das täglich rund 1.000 Apotheken beliefert. Dr. Michael Kuck, Geschäftsführer von Noweda, und Udo Harneit, Vertriebsleiter, schilderten die Herausforderungen für pharmazeutische Großhändler und Apotheken. Besonders kritisch diskutiert wurde die aktuelle Apothekenpauschale von 8,35 Euro, die Apothekerverbände auf 9,50 Euro anheben wollen. Kuck kritisierte den Entwurf des Apothekenbetriebs- und -versorgungsgesetzes (ApoVWG), da dieser die Anpassung der Vergütung nicht ausreichend berücksichtige.

Laumann räumte ein, dass Apotheken zunehmend erweiterte Leistungen anbieten – etwa Impfungen, Diagnostik oder die Versorgung mit Hilfsmitteln über Plattformen wie IhreApotheken.de. Gleichzeitig lehnte er Vorschläge für ein "Apotheken-Light"-Modell ab und betonte die Notwendigkeit einer flächendeckenden, hochwertigen Versorgung. Der Minister schlug vor, eine selbst verhandelte Versorgungspauschale im Sozialgesetzbuch V (SGB V) zu verankern, um eigenständige Vergütungsverhandlungen zu ermöglichen.

Themen waren auch regulatorische Konflikte, etwa die Kontrolle von Krankenhausapotheken und Streitigkeiten über Arzneimittelpreise. Der Bundestag prüft Reformen wie den Einsatz von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) zur vorübergehenden Leitung von Apotheken in unterversorgten Gebieten – bis zu 20 Tage pro Jahr. Doch die Gesetzesentwürfe bleiben umstritten, da die Finanzlage der Krankenkassen als Hindernis für höhere Vergütungen gilt.

Am Ende des Treffens herrschte Einigkeit, dass die geplante verhandlungsbasierte Lösung für die Apothekenpauschale eine erhebliche Hürde darstellt. Beide Seiten betonten, wie wichtig stabile Finanzierungsmodelle sind, um die wachsenden Aufgaben der Apotheken zu tragen. Die Debatte verlagert sich nun in den Bundestag, wo über Änderungen am SGB V und am ApoVWG beraten wird.

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