Liont und Dagi Bee: Vom YouTube-Ruhm in die psychische Krise und zurück

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Ein gelbes Plakat, das ein Konzert in Berlin, Deutschland, ankündigt, mit dem Text 'Konzert Halban-Kurz'.Horst-Dieter Gertz

Liont und Dagi Bee: Vom YouTube-Ruhm in die psychische Krise und zurück

Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet den dramatischen Aufstieg und Fall von YouTubes erstem Power-Paar Deutschlands: Liont und Dagi Bee. Die Produktion zeichnet ihren frühen Erfolg nach, die heftige Gegenreaktion, die folgte, und die nachhaltigen Auswirkungen auf ihr Leben und ihre Karrieren.

Liont, einst einer der größten Stars der Plattform, sah sich massiver Online-Hetze ausgesetzt, die ihn in eine dunkle Phase aus Alkoholabhängigkeit und psychischen Krisen stürzte.

Anfang der 2010er-Jahre wurde Timo 'LIONTTV' (Liont) in Deutschland zum bekannten Gesicht. Mit seinen Comedy-Videos und der Beziehung zur ebenfalls erfolgreichen Creatorin Dagi Bee überschritt sein Kanal bis 2014 die Marke von einer Million Abonnenten. Ein Jahr später erreichte sein Debütalbum Löwenkind Platz 2 der offiziellen deutschen Charts – sein Ruhm war besiegelt.

Doch der Erfolg brachte auch eine Welle der Ablehnung mit sich. Der Rapper Gio veröffentlichte mit Kein Rapper einen Diss-Track, in dem er Lionts Musik und Glaubwürdigkeit angriff. Der Song löste eine Flut von Hasskommentaren aus, an der sich Fans und andere Persönlichkeiten wie HandOfBlood beteiligten. Liont describió diese Zeit später als "Albtraum": Er erhielt Todesdrohungen, verlor Freundschaften. Der Druck trieb ihn in die Alkoholsucht und eine tiefe psychische Krise.

Nach dem Streit mit Unge 2021 – ausgelöst durch einen Tweet über vegane Schnitzel und Sponsoring-Deals – endete die Beziehung zwischen Liont und Dagi Bee. Während ihr weiterer Werdegang unklar bleibt, konzentrierte sich Liont auf seine Genesung. Er suchte therapeutische Hilfe und betreibt heute wieder seinen YouTube-Kanal LIONTTV, auf dem er über seine Vergangenheit reflektiert und neue Musik veröffentlicht. Sowohl Gio als auch HandOfBlood haben sich inzwischen öffentlich für ihre Rolle in der Hetzkampagne entschuldigt.

Der Dokumentarfilm zeigt, wie Lionts frühe Berühmtheit sowohl Triumph als auch Turbulenzen mit sich brachte. Seine heutige Arbeit steht für einen Prozess der Heilung und kreativen Neuerfindung. Die Folgen der Kontroverse jedoch prägen bis heute ein prägendes Kapitel der deutschen Online-Unterhaltungsgeschichte.