Magie, Chaos und Naturrevolte: Endes „Wunschpunsch“ erobert Wiesbaden
Magie, Chaos und Naturrevolte: Endes „Wunschpunsch“ erobert Wiesbaden
Das Staatstheater Wiesbaden inszeniert Michael Endes „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ als festliches Familienhighlight
Am 14. Dezember 2024 feiert die Bühnenadaption von Michael Endes „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ im Staatstheater Wiesbaden Premiere – ein humorvolles, musikalisches und leicht chaotisches Spektakel, das junge Zuschauer durch eine magische, aber auch mahnende Geschichte führt. Mit fast 50 Vorstellungen bis Silvester verbindet das Stück glanzvolle Unterhaltung, beißenden Spott und eine zeitgemäße Botschaft: die Rebellion der Natur.
Im Mittelpunkt steht Professor Beelzebub Irrwitzer, der Ratgeber eines Zauberers, der fieberhaft gegen die Mitternachtsstunde ankämpft, um seine geplanten Katastrophen zu entfesseln. Doch die wahren Helden sind zwei unerwartete Tiere: eine schlaue Katze und ein schnelledenkender Rabe. Während die Erwachsenen die Welt an den Abgrund treiben, beschließen die beiden, selbst einzugreifen.
Die Inszenierung setzt auf opulente Bühneneffekte: Rauch wabert aus dem Orchestergraben, die Band erhebt sich dramatisch, und das Publikum bricht sofort in Gelächter aus – besonders, wenn der sprechende Rabe für einen Brathähnchen gehalten wird. Die Musik bedient sich spielerischer Parodien, persifliert große opernhafte Gesten und bleibt dabei leicht und mitreißend.
Hinter dem Spektakel verbirgt sich ein modernes Thema: die Natur schlägt zurück. Alte Abmachungen brechen zusammen, während sich die Tiere organisieren und dem treibenden Chaos Tiefe verleihen. Im Finale schleicht sich sogar eine Made verkleidet in den Orchestergraben, bereit, Silvester gebührend zu feiern.
Während der gesamten Weihnachtszeit balanciert „Der Wunschpunsch“ zwischen Absurdität und moralischer Klarheit. Die Mischung aus Musik, Humor und visueller Opulenz sorgt dafür, dass junge Zuschauer unterhalten werden – und dabei die zugrundeliegende Botschaft verinnerlichen. Mit der letzten Vorstellung an Silvester hinterlässt das Stück beim Publikum nicht nur Lachen, sondern auch eine nachhallende Frage: Was passiert, wenn sich die Natur weigert, länger still zu bleiben?
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