Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport

Christoph Döhn
Christoph Döhn
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Eine Gruppe von Menschen steht auf einer B√ľhne mit einem Banner, Lautsprecher, Tisch, Bildschirm und Vorh√§ngen im Hintergrund; eine Person in Uniform h√∂lt eine M√ľtze, und eine Frau tr√§gt ein wei√ües Hemd.Christoph Döhn

Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport

Mehrere prägende Persönlichkeiten aus Mainz und der Region in den letzten Monaten verstorben

In den vergangenen Monaten sind mehrere bedeutende Persönlichkeiten aus Mainz und der umliegenden Region gestorben. Ihr Wirken erstreckte sich über Politik, Kultur, Sport und Gesundheitswesen und hinterlässt in der Gemeinschaft eine nachhaltige Spur.

Unter ihnen befanden sich ein ehemaliger Ministerpräsident, ein legendärer Karnevalswagenbauer sowie engagierte Förderer der Barrierefreiheit und der Künste.

Bernhard Vogel, eine Schlüsselfigur der deutschen Politik, starb im Alter von 92 Jahren. Zwölf Jahre lang führte er als Ministerpräsident Rheinland-Pfalz, bevor er von 1992 bis 2003 dasselbe Amt in Thüringen innehatte. Seine politische Laufbahn prägte die Regionalpolitik über Jahrzehnte.

Herbert Mertin, ehemaliger Justizminister von Rheinland-Pfalz, verstarb mit 66 Jahren. Der FDP-Politiker bekleidete das Amt zweimal – zunächst von 1999 bis 2006 und erneut von 2016 bis 2022.

Im Sport verlor der 1. FSV Mainz 05 zwei prägende Persönlichkeiten: Holger Bernhardt, ehemaliger Torwart des Vereins, kam bei einem Verkehrsunfall im Alter von 52 Jahren ums Leben. Er spielte von 1996 bis 2000 für den Club. Sigurd Spielmann, Ehrenmitglied des Teams, starb mit 90 Jahren nach 70-jährigem Engagement für den Verein.

Die Mainzer Karnevalsszene trauert um zwei einflussreiche Gestalter: Dieter Wenger, langjähriger Chefdesigner der Wagenbauer beim Mainzer Carnaval-Verein (MCV), verstarb mit 84 Jahren. Über sechs Jahrzehnte entwarf er die ikonischen Rosenmontagsumzugswagen. Elisabeth Klöver, Leiterin des MCV-Gardenballetts, starb im Alter von 85 Jahren – sie hatte Generationen von Tänzerinnen geprägt.

Auch Kultur- und Sozialengagierte wurden betrauert: Barbara Rupp, eine der sieben Gründerinnen des Unterhaus-Fördervereins Mainz, starb nach 25 Jahren prägender Arbeit für die Spielstätte (1983–2008). Marita Boos-Waidosch, die Behindertenbeauftragte der Stadt, verstarb nach jahrzehntelangem Einsatz für Barrierefreiheit (1993–2018). Ulf Glasenhardt, Veranstaltungskoordinator im Kulturclub Schon Schön, starb unerwartet – er hatte zahlreiche Kooperationen zwischen Mainz und Wiesbaden organisiert.

Im Gesundheitsbereich hinterlässt Dr. Thomas Flohr, Onkologe im Hämatologisch-Onkologischen Medizinischen Versorgungszentrum Mainz, mit 57 Jahren eine Lücke. Bekannt für seine Einfühlungsgabe, gab er vielen Krebspatienten Hoffnung. Ekkehardt Gahntz, langjähriger ZDF-Nachrichtenjournalist, starb mit 79 Jahren nach 25 Jahren prägender Berichterstattung, die von Integrität geprägt war.

Diese Persönlichkeiten hinterlassen ein Erbe in ihren jeweiligen Bereichen. Ob in Politik, Gesundheitswesen, Sport oder Kultur – ihr Wirken hat Mainz und die Region geprägt. Kollegen, Gemeinschaften und all jene, deren Leben sie berührten, werden sie in Erinnerung behalten.