30 March 2026, 10:21

Massive Proteste in Bonn und Köln gegen sexualisierte und digitale Gewalt

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feministin" auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Luftballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Massive Proteste in Bonn und Köln gegen sexualisierte und digitale Gewalt

Hunderte Demonstrant:innen gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und konkrete Maßnahmen zu fordern. Die Kundgebung folgte einer größeren Demonstration in Köln am Vortag, an der über 5.000 Menschen teilgenommen hatten. Beide Veranstaltungen spiegelten die wachsende öffentliche Empörung über digitale Gewalt und Frauenfeindlichkeit in Deutschland wider.

Die Protestaktion auf dem Bonner Marktplatz zog mehr als 500 Teilnehmende an. Organisiert von einem Bündnis aus Stadtratsparteien, brachte sie die weitverbreitete Frustration in der Rheinregion zum Ausdruck. Redner:innen forderten immer wieder Männer auf, schädliche Einstellungen zu hinterfragen und Verantwortung für einen Wandel zu übernehmen.

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Eine aktuelle Untersuchung des Spiegel zu digitaler Gewalt hatte die Debatte neu entfacht. Die Schauspielerin Collien Fernandes hatte zuvor ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, beschuldigt, gefälschte Online-Profile angelegt und pornografische Inhalte verbreitet zu haben. Ihr Fall wurde zum Symbol für die größeren Probleme im Umgang mit digitaler Gewalt.

Die öffentliche Diskussion über digitale Gewalt in Deutschland hat seit 2023 an Schärfe gewonnen. Nach mehreren prominenten Vorfällen brachte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) einen Gesetzentwurf auf den Weg. Das geplante Gesetz, das derzeit in der Ressortabstimmung ist, soll sowohl die Erstellung als auch die Verbreitung sexualisierter Deepfakes unter Strafe stellen. Zudem zielt es darauf ab, weitere rechtliche Lücken bei Straftaten im Zusammenhang mit digitaler Gewalt zu schließen.

Bei der Bonner Demonstration kritisierte Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Bundeskanzler Friedrich Merz. Er warf dem CDU-Vorsitzenden vor, strengere Schutzmaßnahmen für Frauen nicht zu unterstützen. Gleichzeitig blieben Forderungen von CDU-Frauen nach mehr Respekt während der Veranstaltung unbeantwortet.

Die Proteste in Köln und Bonn zeigten eine starke öffentliche Unterstützung für rechtliche Reformen. Während der Gesetzentwurf nun geprüft wird, drängen Aktivist:innen auf schnellere Schritte. Die Demonstrationen machten zudem deutlich, dass die Forderungen nach Verantwortung über die Politik hinaus auch alltägliche Einstellungen betreffen.

Quelle