Medienmacht in NRW: Wie zwei Großdeals die Presselandschaft verändern
Kristiane DippelMedienmacht in NRW: Wie zwei Großdeals die Presselandschaft verändern
Zwei große Zeitungsdeals haben die Medienlandschaft in Nordrhein-Westfalen grundlegend verändert. Ende Februar übernahm der DuMont-Verlag die Kölnische Rundschau vom Heinen Verlag. Nur wenige Tage später kündigte die Rheinische Post an, mehrere westfälische Tageszeitungen samt ihrer Digitalplattformen zu übernehmen.
Beim ersten Deal vollzog das DuMont Medienhaus Ende Februar die Übernahme der Kölnische Rundschau. Mit dem Eigentümerwechsel vom Heinen Verlag verschob sich erneut die Kontrolle über die regionale Medienbranche.
Kurz darauf, Anfang März, gab die Rheinische Post bekannt, mehrere westfälische Zeitungen kaufen zu wollen. Nach Abschluss der Transaktion würde sie zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe Nordrhein-Westfalens aufsteigen.
Das Bundeskartellamt prüft zwar solche Fusionen, doch sein Spielraum ist begrenzt. Die Behörde bewertet lediglich Leserzahlen und Werbemärkte – gesetzlich darf sie weder die Auswirkungen auf die journalistische Vielfalt noch die redaktionelle Unabhängigkeit berücksichtigen.
Diese Übernahmen unterstreichen einen anhaltenden Trend im deutschen Mediensektor: Der Rückgang kleiner, unabhängiger Verlage zugunsten großer Konzernstrukturen. Die Rheinische Post wird bald den regionalen Markt dominieren, während die Regulierung weiterhin auf rein wirtschaftliche Faktoren beschränkt bleibt.






