Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
2 Min.
Ein steinernes Denkmal auf einer Rasenfläche, umgeben von einem Metallzaun und geschmückt mit Blumensträußen, mit Bäumen, Häusern und einer Wand im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel, als Holocaust-Gedenkstätte in Sibiu, Rumänien.Horst-Dieter Gertz

Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit

Neues Mahnmal in Menden ehrt ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit

Die offizielle Einweihung des Denkmals findet am Montag, dem 9. März 2026, statt und schafft damit eine dauerhafte Erinnerung an die Opfer. Der Tag wird künftig jährlich als Gedenktag für diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden.

Die Feierlichkeiten beginnen um 17:00 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Vinzenz-Kirche, gefolgt von der feierlichen Enthüllung auf dem Kirchplatz. An der Veranstaltung nehmen lokale Würdenträger, Schülerinnen und Schüler sowie Vertreter der Überlebenden teil, um sich einer dunklen Phase der Geschichte zu erinnern.

Die Entstehung des Mahnmals geht auf eine Bürgerinitiative zurück, die der Kulturrat der Stadt Menden am 13. März 2024 billigte. Es bereichert die Gedenklandschaft der Stadt und sorgt dafür, dass das Leid der Verfolgten nicht in Vergessenheit gerät.

Mindestens 46 Sinti aus Menden wurden deportiert und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet – darunter viele Mütter und 23 kleine Kinder. Sechs dieser Kinder fielen in die Hände von Josef Mengele, dem berüchtigten Lagerarzt. Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen, wird in seiner Rede auf das größere Ausmaß der Tragödie eingehen: Über 500.000 Sinti und Roma wurden vom NS-Regime verfolgt.

Bürgermeisterin Manuela Schmidt eröffnet die Veranstaltung und betont in ihrer Begrüßung die Bedeutung des Mahnmals. Pfarrer Jürgen Senkbeil gestaltet gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Initiative «augen auf!» sowie Kindern der Anne-Frank-Grundschule den Gottesdienst. Als Ehrengast wird Dr. Bernd Schulte, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, anwesend sein.

Die Feier verbindet würdevolles Gedenken mit gesellschaftlichem Engagement. Durch die Teilnahme von Verantwortungsträgern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie jungen Menschen soll die Veranstaltung die Vergangenheit ehren und gleichzeitig kommende Generationen aufklären.

Mit der Enthüllung des Mahnmals wird der 9. März in Menden künftig als jährlicher Gedenktag begangen. So bleiben die Namen und das Leid der Opfer im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert. Das durch bürgerschaftliches Engagement entstandene Projekt steht nun als dauerhaftes Symbol der Erinnerung und des Respekts.

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