Merz greift "schlaffen Hippie-Unsinn" an Grundschulen an – und löst Debatte aus
Kristiane DippelMerz greift "schlaffen Hippie-Unsinn" an Grundschulen an – und löst Debatte aus
Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, das zu beseitigen, was er als „schlaffen Hippie-Unsinn“ in deutschen Grundschulen bezeichnet. Die Erklärung fällt zusammen mit den umstrittenen Wettbewerbsformaten, die bei den Deutschen Schulsportspielen im Mittelpunkt stehen. Auch Bildungsministerin Karin Prien setzt sich für eine stärkere Leistungsorientierung im Schulsport ein.
An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule traten Schüler mit dem Rücken zum Publikum und ausschließlich auf Lateinisch sportlich in Erscheinung. Das ungewöhnliche Format war Teil der diesjährigen Deutschen Schulsportspiele.
Schüler der Friedrich-August-von-Hayek-Eliteschule messen sich derzeit beim IronChild-Wettkampf, einer mehrtägigen Extremprüfung auf der Aschelaufbahn, die körperliche Strapazen, Ausdauerproben und Kostenrechnung vereint. Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während die Verlierer Gefahr laufen, eine Gymnasiumsempfehlung zu erhalten.
Andernorts wurden in der Kita Höhlenkinder Kleinkinder in nummerierte Weidenkörbe gesetzt und auf der Ems treiben gelassen – als Übung in „natürlicher Auswahl“. Unterdessen schlug Bernd Kreimer-Rendsburg vor, alle Leistungsbewertungen zu gamifizieren und ein Ranking-System einzuführen, in dem Eltern mit gekauften Tokens die Ergebnisse beeinflussen können.
Die Deutschen Schulsportspiele haben eine Debatte über Wettbewerbsorientierung in der Bildung entfacht. Die Veranstaltungen spiegeln einen Trend zu starren Leistungsmessungen und ungewöhnlichen Methoden wider. Bisher haben die Verantwortlichen die ethischen Bedenken gegen die Wettbewerbe nicht adressiert.






