Mordprozess in Neuss: Ukrainer bestreitet Beteiligung am Tod eines Obdachlosen
Kristiane DippelTod eines Obdachlosen - Angeklagter bestreitet Vorwürfe - Mordprozess in Neuss: Ukrainer bestreitet Beteiligung am Tod eines Obdachlosen
In Neuss steht ein 46-jähriger Ukrainer mit griechischem Pass wegen des Mordes an einem 56-jährigen Obdachlosen vor Gericht. Der Angeklagte bestreitet jede Beteiligung am Tod des Opfers, obwohl ihm gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen wird. Der Fall nahm eine dramatische Wende, nachdem der mutmaßliche Komplize, ein 39-Jähriger, während der Untersuchungshaft Suizid beging.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-Jährigen vor, das Opfer als Erster angegriffen zu haben, woraufhin sich der Angeklagte an der Prügelei beteiligt habe. Das Opfer starb später in seinem Zelt an schweren Verletzungen. Die Behörden haben keine genauen Angaben dazu gemacht, wo der Angriff stattfand oder wo die Leiche gefunden wurde. Lediglich bekannt ist, dass im April 2026 noch wegen des gewaltsamen Todes ermittelt wurde.
Der Angeklagte schilderte vor Gericht eine andere Version der Ereignisse. Er aussagte, das Opfer sei in der Nähe des Rheinufers mehrfach gestürzt und habe sich dabei verletzt. Zudem beschrieb er einen Streit zwischen dem Opfer und dem 39-Jährigen über den Standort eines Zeltes. Dennoch räumte der Angeklagte ein, den Schwerverletzten zurück in sein Zelt getragen zu haben.
Die Verhandlung wird mit fünf weiteren Verhandlungsterminen bis Mitte Dezember fortgesetzt. Der Angeklagte beharrt darauf, dem Opfer erst nach einer Auseinandersetzung geholfen zu haben und keine Schuld an dessen Tod zu tragen.
Der Fall basiert nun auf widersprüchlichen Schilderungen des Tatgeschehens. Da der mutmaßliche Komplize tot ist, muss das Gericht die Aussage des Angeklagten gegen die Vorwürfe der Anklage abwägen. Ein Urteil wird bis Jahresende erwartet.






