Münchens Silvester-*Schlager*-Boom: 10.000 Tickets in Minuten vergriffen – doch die Szene streitet

Christoph Döhn
Christoph Döhn
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Menschen auf einer Bühne in der Nähe eines Podiums mit "Playstation" darauf, mit einem Projektionsschirm an der Wand dahinter.Christoph Döhn

Münchens Silvester-*Schlager*-Boom: 10.000 Tickets in Minuten vergriffen – doch die Szene streitet

Der Münchner 'Schlager-Boom' zu Silvester ist innerhalb von Minuten ausverkauft – über 10.000 Tickets wurden im Sturm erstanden. Die für den 31. Dezember 2025 geplante Veranstaltung verspricht eine frische Interpretation des Genres, bei der das Publikum im Mittelpunkt des Festes steht. Gleichzeitig flammen unter Künstlern und Veranstaltern erneut Debatten über Gästeauswahlen und Branchenpraktiken auf.

Das Line-up der Münchner Show liest sich wie ein Who’s who der Szene: Mit dabei sind Größen wie Roland Kaiser, Maite Kelly und Unheilig. Neu hinzugekommen sind Acts wie Samantha Fox, Heinz Rudolf Kunze, Nicole sowie die Boyband Mania (Eloy de Jong & Jay Khan) – eine bewusste Abkehr von der üblichen Besetzung. Diese Künstler sind bei Florian Silbereisens regulären Schlager-Events nur selten zu sehen, was auf eine breitere Mischung für den Silvester-Spektakel hindeutet.

Der 44-jährige Silbereisen wehrt sich gegen Kritik, seine Shows würden stets dieselben Künstler auftreten lassen. Er betont, dass seine Produktionen Karrieren befördert hätten – darunter Stars wie Helene Fischer, Semino Rossi oder Voxxclub. Auch etablierte Acts wie Ross Antony, Maite Kelly und Giovanni Zarrella führen ihren Bekanntheitsgrad auf seine Plattform zurück.

Doch nicht alle teilen diese Sicht. Roberto Blanco, 88, bezeichnete die Schlager-Szene kürzlich als 'kleine Mafia' und warf ihr vor, immer dieselben Gesichter zu bevorzugen und unfairen Gagenstrukturen Vorschub zu leisten. Francine Jordi, 48, die seit Jahren nicht mehr zu Silbereisens Events eingeladen wird, unterstreicht den Eindruck eines abgeschotteten Kreises. Silbereisen hingegen besteht darauf, dass seine Shows neuen Talenten offenstünden – trotz der wiederkehrenden Namen.

Der Schlager-Boom selbst will mit Traditionen brechen: Statt eines klassischen Konzerts sollen Fans und Künstler gemeinsam feiern und so das Live-Erlebnis des Genres neu definieren.

Der ausverkaufte Event unterstreicht die ungebrochene Beliebtheit des Schlagers – auch wenn die Branche von Spannungen geprägt bleibt. Mit einer Mischung aus etablierten Stars und neuen Gesichtern wird die Silvester-Show zeigen, ob sich das Genre weiterentwickeln kann, ohne seine Stammhörerschaft zu verlieren. Dass die Tickets innerhalb von Minuten vergriffen waren, beweist: Die Nachfrage ist unvermindert hoch.