Neue IBAN-Prüfung bei Überweisungen: Warum Banken jetzt Empfängernamen kontrollieren
Neue IBAN-Prüfung bei Überweisungen: Warum Banken jetzt Empfängernamen kontrollieren
Banken in ganz Europa haben damit begonnen, vor der Abwicklung von Überweisungen die Namen der Empfänger zu prüfen. Die vor zwei Monaten eingeführten Kontrollen sollen Betrug verhindern, indem sichergestellt wird, dass der Name mit der IBAN übereinstimmt. Bis zum Sommer 2027 gelten diese Regeln für alle Überweisungen im Euroraum und in der gesamten EU.
Das System ist darauf ausgelegt, Abweichungen zu melden, doch exakte Übereinstimmungen zwischen Namen und IBAN sind nach wie vor selten – insbesondere bei Geschäfts- und Behördentransaktionen.
Der European Payments Council (EPC) hat Banken empfohlen, die an Absender weitergegebenen Daten auf die ursprünglich eingegebenen Informationen zu beschränken. Diese Richtlinien sind jedoch rechtlich nicht bindend, was Spielraum für Uneinheitlichkeiten lässt. Kunden könnten Fehlermeldungen erhalten, wenn die Namensprüfung aus technischen Gründen scheitert, was die Vorgänge zusätzlich verkompliziert.
Die Institute stützen sich auf eigene Bewertungsmodelle, was zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. Manche Banken korrigieren kleinere Fehler oder geben zusätzliche Namensdetails preis, wenn eine weitgehende Übereinstimmung vorliegt. Andere lehnen Überweisungen bei Abweichungen möglicherweise komplett ab. Verbraucher werden aufgefordert, IBAN und Empfängerdaten direkt mit dem beabsichtigten Empfänger abzugleichen, um Probleme zu vermeiden.
Die neuen Vorschriften gelten derzeit nur für Zahlungskonten, nicht jedoch für Spar- oder Tagesgeldkonten. Deutsche Finanzinstitute setzen fortschrittliche Techniken wie unscharfe Suche (Fuzzy Matching), maschinelles Lernen und hybride Modelle ein, um Namensvarianten, Transliterationsfehler und mögliche Sanktionenrisiken zu erkennen.
Trotz der erhöhten Sicherheit können Abweichungen weiterhin zu Verzögerungen oder Ablehnungen von Überweisungen führen. In solchen Fällen könnten Kunden Schwierigkeiten haben, Entschädigungen für fehlgeschlagene Zahlungen zu erhalten.
Ziel des Systems ist es, den Betrugsschutz zu stärken – doch seine Wirksamkeit hängt davon ab, wie die Banken die Prüfungen umsetzen. Kunden müssen wachsam bleiben und die Angaben vor einer Überweisung sorgfältig kontrollieren. Ohne rechtliche Vereinheitlichung werden Unterschiede bei Fehlermeldungen und Prüfverfahren voraussichtlich bestehen bleiben.
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