Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Führungslücke

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
2 Min.
Eine Gruppe von neun Personen in schwarzen Roben, die Richter des Oberverwaltungsgerichts, sitzen und lächeln in einem Gerichtssaal mit zwei Flaggen, zwei Fotorahmen an der Holzwand, Deckenleuchten und einem Tisch mit Büchern auf der rechten Seite.Kristiane Dippel

Nach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Führungslücke

Carsten Günther hat offiziell das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Münster übernommen. Seine Ernennung beendet eine Führungslücke, die sich über vier Jahre erstreckte und von Rechtsstreitigkeiten sowie politischen Verzögerungen geprägt war. Die Amtsübergabe fand am Mittwoch statt und wurde von Nordrhein-Westfalens Justizminister Benjamin Limbach geleitet.

Die Vakanz an der Spitze des Gerichts begann nach einem langwierigen Streit um das vorherige Berufungsverfahren. Daraus resultierten Gerichtsprozesse und sogar ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, wodurch die Institution ohne dauerhafte Führung blieb. In dieser Zeit leiteten zwei Vizepräsidenten den Gerichtsbetrieb, darunter auch hochkarätige Verfahren wie die Klage der AfD gegen ihre Einstufung durch den Verfassungsschutz.

Günthers juristische Laufbahn begann im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Später wirkte er von 2007 bis 2010 als Richter am Oberverwaltungsgericht Münster. Vor seiner aktuellen Position war er als Vorsitzender Richter in Düsseldorf tätig und arbeitete zudem im Bundesjustizministerium, der Staatskanzlei NRW sowie im NRW-Justizministerium. Zuletzt wurde er an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig berufen.

Seine Rückkehr nach Münster im vergangenen Sommer brachte nach Jahren der Unsicherheit Stabilität. Bisher wurden jedoch keine konkreten Änderungen in der Bearbeitung laufender Verfahren bekannt, darunter auch der AfD-Fall.

Günthers Amtsantritt folgt auf eine turbulente Phase für das Gericht. Die Ernennung schließt eine langjährige Vakanz, die durch rechtliche und politische Herausforderungen verursacht wurde. Seine Erfahrung im Verwaltungsrecht und in Regierungsfunktionen wird voraussichtlich die künftigen Entscheidungen des Gerichts prägen.