NRW bildet erste Meister für Wasserstofftechnologie aus – Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
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Eine Liniengrafik, die den prozentualen Anteil der US-Stromerzeugung nach Brennstoffquellen von 2013 bis 2022 zeigt, mit begleitendem beschreibendem Text.Kristiane Dippel

NRW bildet erste Meister für Wasserstofftechnologie aus – Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen

Pionierlehrgang für Wasserstofftechnologie in Nordrhein-Westfalen abgeschlossen

In Nordrhein-Westfalen ist kürzlich ein wegweisender Schulungskurs zur Wasserstofftechnologie zu Ende gegangen. Sechzehn industrielle Meisterinnen und Meister absolvierten das dreimonatige Programm und erhielten am 29. Januar 2026 ihre Zertifikate. Der Lehrgang war Teil einer breiter angelegten Initiative, um Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Betriebe – auf den Wandel hin zu einer wasserstoffbasierten Wirtschaft vorzubereiten.

Die unter dem Namen H2!Academy bekannte Maßnahme ist ein zentraler Baustein des Projekts H2!Raum – Mittelstand Ruhr 2030, das die Zusammenarbeit zwischen Akteuren der Wasserstoffwirtschaft im Ruhrgebiet stärken soll. Gefördert wurde das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie im Rahmen seines T!Raum-Programms.

Der Kurs mit dem Titel "Grundlagen der Wasserstofftechnologie für industrielle Meisterinnen und Meister" wurde entwickelt, um praktische Herausforderungen bei der Einführung von Wasserstofflösungen zu bewältigen. Die Teilnehmer beschäftigten sich mit Themen wie Speicherung, Transport und industrielle Anwendungen – mit besonderem Fokus auf den Ersatz von Erdgas in thermischen Prozessen. Viele betonten den Mehrwert des Netzwerkens mit Kollegen und Dozenten während der Schulung.

Prof. Dr.-Ing. Michael Brodmann unterstrich die Bedeutung von Wasserstoff für die Energiewende, insbesondere seine Fähigkeit, erneuerbare Energien effizient zu speichern und zu transportieren. Die IHK Nord Westfalen plant nun, Wasserstofftechnologie in die reguläre Meisterausbildung zu integrieren – als Reaktion auf den Erfolg dieses Pilotprojekts.

Das Feedback der Absolventen fiel durchweg positiv aus, wobei viele auf konkrete Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff etwa in der Prozesswärme hinwiesen. Aufgrund des Erfolgs wird der Kurs überarbeitet und erneut angeboten. Die Schulung steht im Einklang mit weiteren regionalen Vorhaben, wie den Wasserstoffprojekten von ThyssenKrupp Steel und Evonik, die auf die geplante GET H2-Pipeline setzen. In der Nähe testet Uniper in Gelsenkirchen einen Ammoniak-Cracker, während RWE in Voerde ein wasserstofffähiges Kraftwerk mit 850 Megawatt Leistung vorbereitet, das 2030 in Betrieb gehen soll.

Der Abschluss des Kurses markiert einen wichtigen Schritt, um die lokale Industrie mit Wasserstoff-Know-how auszustatten. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Fachkräften – getrieben durch Projekte großer Unternehmen wie ThyssenKrupp, Evonik und RWE – zeigt die geplante Ausweitung der Schulungen durch die IHK das Engagement der Region, sich als Vorreiter in der Wasserstofftechnologie zu positionieren.