NRW-Kriminalstatistik 2025: Weniger Diebstähle, aber mehr schwere Straftaten wie Mord und Vergewaltigung

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
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Ein Diagramm mit der Überschrift "San Francisco Homicide Rate Per 100,000", das die Homicide-Rate in den Vereinigten Staaten über die Zeit zeigt.Kristiane Dippel

NRW-Kriminalstatistik 2025: Weniger Diebstähle, aber mehr schwere Straftaten wie Mord und Vergewaltigung

Kriminalitätsstatistik 2025: Nordrhein-Westfalen verzeichnet Rückgang um 3 % – aber schwere Gewaltdelikte, darunter viele straftaten, nehmen deutlich zu

Die Kriminalitätsrate in Nordrhein-Westfalen ist 2025 um 3 % gesunken, mit weniger Fällen von Jugendkriminalität, Messerangriffen und Einbrüchen. Gleichzeitig stieg die Zahl der schweren Gewaltdelikte – darunter straftaten wie Tötungsdelikte und Sexualstraftaten – im selben Zeitraum deutlich an. Die Polizeistatistiken zeigen damit ein gemischtes Bild: Fortschritte in einigen Bereichen, aber wachsende Sorgen in anderen.

Insgesamt registrierte das Land rund 1,36 Millionen Straftaten im Jahr 2025, nach 1,4 Millionen im Vorjahr. Die häufigste Straftat blieb der Diebstahl mit etwa 500.000 Fällen – das entspricht rund 37 % der Gesamtzahl. Rückgänge gab es auch bei Ladendiebstahl, Cyberkriminalität und gewalttätigen Messerdelikten.

Trotz des allgemeinen Rückgangs stiegen die Tötungsdelikte um 6,1 % an und erreichten mit 508 Fällen von Mord und Totschlag den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt. Besonders der Totschlag trieb diese Entwicklung voran, wobei die Polizei eine hohe Aufklärungsquote von etwa 93 % bei diesen Verbrechen hielt. Sexualstraftaten nahmen um 5,2 % zu, wobei Vergewaltigungen um 8,5 % und sexueller Missbrauch an Kindern um 2,7 % stiegen. Die Behörden führen den Anstieg teilweise auf eine höhere Anzeigebereitschaft der Opfer und verbesserte Ermittlungsmethoden zurück – darunter auch den Einsatz von KI-Tools.

Die Polizei identifizierte 2025 insgesamt 478.700 Tatverdächtige, von denen fast 74 % männlich waren. 163.077 von ihnen besaßen keine deutsche Staatsbürgerschaft. Die Gesamtaufklärungsquote für registrierte Straftaten lag bei 53,7 % und zeigt damit eine stabile Effektivität der Ermittlungsbehörden.

Die Zahlen für 2025 spiegeln sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen wider: Während Diebstahl und jugendbezogene Straftaten zurückgingen, erfordert der Anstieg bei Tötungs- und Sexualdelikten weiterhin besondere Aufmerksamkeit. Ein bundesweiter Vergleich mit anderen Ländern steht noch aus, da die nationalen Kriminalstatistiken in der Regel erst Monate nach Ende des Berichtsjahres veröffentlicht werden.