NRW plant sieben Gaskraftwerke als Ersatz für Kohle ab 2030
Nordrhein-Westfalen wird voraussichtlich sieben neue Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von mindestens acht Gigawatt beherbergen. Diese Anlagen sollen die letzten Kohlekraftwerke des Landes ab dem 1. April 2030 ersetzen und einspringen, wenn die Versorgung mit erneuerbaren Energien nicht ausreicht. Die Landesregierung hatte monatelang auf eine klare Linie der Bundesregierung zur Kraftwerksstrategie gedrängt, bevor nun eine Einigung erzielt wurde.
Die Energieunternehmen Uniper, RWE und Steag Iquoni haben ihre Pläne bereits vorangetrieben und stehen bereit, die Kraftwerke zu bauen. Ein konkretes Projekt ist das von Trianel geplante Gaskraftwerk in Hamm, doch der Großteil der von der EU genehmigten neuen Kapazität von 12 Gigawatt wird voraussichtlich in Süddeutschland konzentriert sein. Die Ausschreibungen für die Standorte in Nordrhein-Westfalen sollen nun 2026 beginnen, der Betrieb könnte ab 2031 aufgenommen werden.
Ursprünglich war vorgesehen, die Ausschreibungen und den Baubeginn noch in diesem Jahr zu starten, doch Verzögerungen verschoben den Zeitplan. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte zunächst eine deutlich höhere Gaskapazität angestrebt, doch der finale Plan entspricht weitgehend den Zielen der vorherigen Koalition. Fünf Gigawatt der neuen Kapazität könnten dennoch in Nordrhein-Westfalen entstehen – vorausgesetzt, die Projekte kommen wie geplant voran.
Bevor der Bau beginnen kann, müssen die Koalitionsvereinbarungen in Gesetzesform gegossen und von der Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission genehmigt werden. Zudem hat die Bundesregierung bis zum 15. August nächsten Jahres Zeit, das Kohleausstiegsgesetz zu überprüfen und zu bestätigen, ob die Braunkohlekraftwerke des Landes wie geplant 2030 vom Netz gehen können.
Ministerpräsident Hendrik Wüst begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung und betonte deren Bedeutung für den Industriestrompreis sowie die Kraftwerksstrategie. Die neuen Gaskraftwerke sollen die Versorgungssicherheit gewährleisten, während die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Die Ausschreibungen für die ersten Projekte sind nun für 2026 vorgesehen. Noch ausstehende Genehmigungen und rechtliche Schritte müssen jedoch abgeschlossen werden, bevor der Bau offiziell starten kann.






