NRW-Polizei setzt auf Open-Source-Intelligence für digitale Ermittlungen
Horst-Dieter GertzNRW-Polizei setzt auf Open-Source-Intelligence für digitale Ermittlungen
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenz mit großem Open-Source-Intelligence-Schub aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitale Expertise mit einem massiven Ausbau im Bereich Open-Source-Intelligence (OSINT). Ziel der Initiative ist es, die Fähigkeiten der Ermittler zur Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Onlinedaten zu verbessern. Ein spezielles Schulungsprogramm und ein wachsendes Team von Fachleuten bilden das Rückgrat dieses Vorhabens.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Aktivitäten deutlich ausgeweitet. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute die Abteilung 22.2 unter der Leitung des 42-jährigen Fabian Coenen. Sein 16-köpfiges Team – bestehend aus IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftlern – konzentriert sich auf politisch motivierte Kriminalität.
Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» stellte das LKA zehn zusätzliche Beamte ein, davon sechs für Coenens Einheit. Fast 100 weitere Polizisten in sechs Staatsschutzbehörden des Landes wurden inzwischen in OSINT-Methoden geschult. Diese Einheiten liefern allgemeine Rechercheergebnisse und schnelle Einsatzunterstützung bei dringenden Operationen, die mit rasanten politischen Ereignissen von nationaler Sicherheitsrelevanz zusammenhängen.
Schulungen sind ein zentraler Baustein der Expansion.Marc Restemeyer, Dozent am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, entwickelte ein standardisiertes OSINT-Ausbildungsprogramm. In zehn Modulen strukturiert, bietet es eine einheitliche Grundlage für Beamte mit unterschiedlichen Anforderungen. Der Lehrplan umfasst Methoden zur Datensammlung und -analyse aus sozialen Medien und anderen offenen Quellen.
Die OSINT-Offensive markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Informationen. Mit einem größeren Team, spezialisierten Schulungen und strukturierten Recherchemethoden ist die Behörde besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu überwachen und darauf zu reagieren. Die Erweiterung spiegelt den wachsenden Bedarf an digitaler Expertise in der modernen Strafverfolgung wider.






