NRW-Steuerfahnder jagen Influencer wegen Millionen-Steuerbetrugs

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Ein aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebenem Text, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen unten.Horst-Dieter Gertz

Steuerfahnder durchleuchten 7.000 Influencer in NRW - NRW-Steuerfahnder jagen Influencer wegen Millionen-Steuerbetrugs

Steuerfahnder in Nordrhein-Westfalen gehen gegen Social-Media-Influencer wegen Steuerhinterziehung vor

Die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen (NRW) verschärfen die Kontrollen gegen Influencer, die im Verdacht stehen, Steuern hinterzogen zu haben. Eine Sonderermittlungsgruppe, die bereits im vergangenen Jahr eingerichtet wurde, wertet derzeit Tausende Datensätze aus, nachdem sie Zugang zu umfangreichen Datenbeständen von Online-Creatorn erhalten hat. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Initiative, um die Steuerkonformität in der digitalen Wirtschaft sicherzustellen.

Auslöser für die Ermittlungen war die Beschlagnahmung von Unterlagen durch das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) von verschiedenen Social-Media-Plattformen. Allein in NRW betreffen die Daten mehr als 7.000 Personen, wobei Beamte bestätigen, dass die Zahlen im Laufe der weiteren Auswertung noch steigen könnten.

Bundesweit prüfen die Finanzämter derzeit rund 60.000 Influencer-Datensätze aus den Jahren 2024 und 2025. Die Informationen, die über internationale Gruppenanfragen im Rahmen der DAC7-Richtlinie erhoben wurden, umfassen ein Gesamtumsatzvolumen von etwa 1,4 Milliarden Euro. In NRW werden rund 6.000 Datensätze ausgewertet, was bereits zu über 200 laufenden Strafverfahren geführt hat.

Das Finanzministerium warnt, dass die Aufarbeitung der Daten Zeit in Anspruch nehmen werde. Jeder Einzelfall müsse individuell geprüft werden, um festzustellen, ob die steuerlichen Pflichten erfüllt wurden. Die Behörden betonen, dass die Ermittlungen aufgrund der schieren Datenmenge und der Notwendigkeit gründlicher Überprüfungen besonders komplex seien.

Die laufenden Untersuchungen unterstreichen die zunehmende Überwachung digitaler Einkünfte in Deutschland. Mit mehr als 200 bereits eingeleiteten Strafverfahren in NRW wird die Arbeit der Sonderermittler voraussichtlich noch Monate andauern. Die Ergebnisse könnten zu weiteren rechtlichen Schritten gegen Influencer führen, die Einkünfte nicht deklariert oder Steuern hinterzogen haben.