PEM-Studie analysiert die Kritikalit├Ąt von E-Motor-Materialien
Kristiane DippelPEM-Studie analysiert die Kritikalit├Ąt von E-Motor-Materialien
PEM-Studie analysiert Kritikalität von Materialien für E-Motoren
Teaser: Eine Studie der RWTH Aachen untersucht die wichtigsten Rohstoffe für die Produktion von Elektromotoren – mit Fokus auf deren jeweilige Versorgungsrisiken.
Artikel: Europa steht vor großen Herausforderungen bei der Sicherung der Rohstoffe, die für die Produktion von Elektrofahrzeugen entscheidend sind. Eine aktuelle Studie der RWTH Aachen zeigt, wie stark der Kontinent von Importen abhängig ist – vor allem aus Asien. Die Forschung beleuchtet sechs zentrale Komponenten: Seltene Erden, Kupfer, Elektroblech, Aluminium, Halbleitermaterialien und Isolierstoffe, die allesamt für elektrische Antriebe unverzichtbar sind.
Die Europäische Union bezieht den Großteil der Seltenen Erden derzeit aus China. Gründe dafür sind die hohen Kosten und technischen Hürden einer eigenen Förderung. Deutsche und europäische Hersteller setzen auf zwei Hauptstrategien: den Ersatz kritischer Materialien durch Alternativen oder schlicht deren reduzierten Einsatz. Doch Kostendruck, strenge Vorschriften und materialbedingte Eigenschaften machen die Verringerung des Verbrauchs oft zur praktikableren Lösung.
Halbleiter stellen eine weitere Hürde dar. Europa hinkt im globalen Wettbewerb etwa eine Dekade hinterher, während Asien mehr als 50 % der weltweiten Produktion dominiert – allein China führt den Sektor an. Zwar strebt die EU an, ihren Marktanteil von unter 10 % bis 2030 auf 20 % zu steigern, unterstützt durch den 43-Milliarden-Euro-Chip-Act. Die führenden Hersteller bleiben jedoch Taiwan (TSMC), Südkorea (Samsung, SK Hynix) und die USA (Intel, GlobalFoundries). Europas Initiativen umfassen neue Werke in Deutschland (TSMC Dresden, Intel Magdeburg) sowie kleinere Investitionen in Frankreich, Großbritannien und Italien.
Bei Kupfer sind die Vorräte zwar derzeit ausreichend, doch die Studie warnt, dass Europa das Recycling ausbauen muss, um die Nachfrage anderer Industrien zu decken. Die Überwindung dieser Abhängigkeiten erfordert massive öffentliche und private Investitionen, langfristige politische Unterstützung und einen realistischen Zeitrahmen von 10 bis 15 Jahren. Ohne gezielte Maßnahmen könnte Europas Vorstoß in die E-Mobilität an fragilen Lieferketten scheitern.
Die Studie unterstreicht die Verwundbarkeit Europas bei der Beschaffung von Materialien für elektrische Antriebe. Zwar bieten Strategien wie Substitution und Recycling Lösungsansätze – doch der Erfolg hängt von anhaltenden Investitionen und politischer Entschlossenheit ab. Ohne diese drohen Verzögerungen und höhere Kosten beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge.






