23 March 2026, 00:18

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 für bewegende Kriegs-Kunst

Großer Raum mit zahlreichen Gemälden an den Wänden, zwei Personen, eine Couch, ein Tisch mit Gegenständen und eine Tafel, die "Karel du Jardin Ausstellung in der Nationalgalerie der Künste" anzeigt.

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 für bewegende Kriegs-Kunst

Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen, eine der renommiertesten Auszeichnungen für zeitgenössische Bildhauerei. Mit 39 Jahren ist er der jüngste Preisträger der mit 100.000 US-Dollar dotierten Ehrung. Seine Werke verbinden oft Kindheitserinnerungen mit den harten Realitäten des Krieges – geprägt von seinen Erfahrungen während des Kosovo-Konflikts der 1990er-Jahre.

Halilaj war erst 13 Jahre alt, als serbische Truppen während des Kosovokriegs das Haus seiner Familie niederbrannten. Die Zerstörung hinterließ tiefe Spuren und prägte einen Großteil seines späteren Schaffens. Nach der Flucht in ein Flüchtlingslager kehrte er später in den Kosovo zurück, wo er sich in seiner Kunst mit Themen wie Vertreibung, Erinnerung und Widerstandsfähigkeit auseinandersetzte.

Seine Ausstellung Geschichte eines Raumes 2024 in der Nationalgalerie des Kosovo brachte diese Ideen zum Ausdruck. Großformatige Installationen rekonstruierten Teile seines Elternhauses, während Zeichnungen sowohl persönliche als auch nationale Geschichte nachzeichneten. Die Schau war Teil seines umfassenderen Vorhabens, die kulturelle Identität des Kosovo nach dem Konflikt zu erforschen.

Über seine künstlerische Arbeit hinaus engagiert sich Halilaj für die Restaurierung des Hauses der Kultur in seiner Heimatstadt – ein Projekt, das von seiner Hajde!-Stiftung unterstützt wird. Das Zentrum, das 2027 wiedereröffnet werden soll, wird als gemeinsamer Ort für Künstler:innen verschiedener ethnischer Hintergründe dienen. Zudem hat Halilaj angekündigt, das Preisgeld des Nasher-Preises in die Stiftung fließen zu lassen, um sein Engagement für die Kunstszene des Kosovo zu unterstreichen.

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Carlos Basualdo, Direktor des Nasher Sculpture Center, bezeichnete Halilajs Werk als eine Kraft der Einheit. Seine oft verspielt, zugleich aber tiefgründig reflektierenden Stücke vermitteln Hoffnung, während sie sich mit schwierigen Geschichtsabschnitten auseinandersetzen.

Der Nasher-Preis würdigt Halilajs Fähigkeit, persönliches Trauma in Kunst zu verwandeln, die weltweit Resonanz findet. Seine anstehenden Projekte, darunter die Wiedereröffnung des Hauses der Kultur, werden Künstler:innen im Kosovo neue Möglichkeiten eröffnen. Die Auszeichnung unterstreicht zudem seine Rolle bei der Förderung des Dialogs durch Kreativität in einer Region, die noch immer von den Folgen der Spaltung heilt.

Quelle