Pflegenot in NRW: Heime in Mönchengladbach und Düsseldorf kämpfen um Fachkräfte aus dem Ausland
Nina PohlPflegenot in NRW: Heime in Mönchengladbach und Düsseldorf kämpfen um Fachkräfte aus dem Ausland
Nordrhein-Westfalen steht vor einer wachsenden Pflegenot – während die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigt
In Mönchengladbach und Düsseldorf kämpfen Pflegeheime mit der steigenden Nachfrage, einige Einrichtungen werben bereits Personal aus dem Ausland an. Die Situation spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Prognosen zufolge wird die Zahl der Menschen, die auf langfristige Unterstützung angewiesen sind, bis 2050 stark ansteigen.
Mönchengladbach verzeichnet eine der höchsten Pflegequoten der Region – mehr als jeder zehnte Einwohner bezieht Leistungen der Langzeitpflege. Die Geschichte der Stadt als traditionelles Arbeiterzentrum, geprägt von der Textilindustrie, trägt zu dieser Entwicklung bei. Im Caritas-Pflegeheim im Stadtteil Holt sind die Personalknappheit und die Überlastung der Mitarbeiter so gravierend, dass die Einrichtung bereits Pflegekräfte aus den Philippinen anwirbt. Zwei neue Beschäftigte aus dem Land haben in den vergangenen zwei Wochen ihre Arbeit aufgenommen.
Auch in Düsseldorf ist die Lage angespannt: Jeder zehnte Einwohner ist auf Langzeitpflege angewiesen, und die Wartelisten für Pflege- und Seniorenheime bleiben lang. Um den Mangel zu beheben, setzen auch hier lokale Einrichtungen auf internationale Rekrutierung und suchen nach Fachkräften aus dem Ausland.
Die Belastung für das Personal zeigt sich deutlich im Caritas-Heim in Mönchengladbach, wo Bewohner wie Ewald Overs gelegentlich bei kleinen Aufgaben mithelfen, wenn sie dazu in der Lage sind. Viele der hier Lebenden benötigten bereits Jahre vor ihrem Einzug Pflege. Gleichzeitig deuten Prognosen darauf hin, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in der Region bis 2050 um ein Drittel auf etwa 1,6 Millionen ansteigen könnte.
Der wachsende Bedarf an Langzeitpflege zwingt Einrichtungen in Mönchengladbach und Düsseldorf zu neuen Lösungen. Die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland ist mittlerweile eine zentrale Strategie, um die Personalengpässe zu schließen. Ohne weitere Maßnahmen wird sich der Druck auf Pflegeheime und Pflegekräfte in den kommenden Jahrzehnten jedoch weiter verschärfen.






