Pikante Cannabis-Werbung mit Söder-Doppelgänger geht viral – während das Gesetz scheitert
Nina PohlPikante Cannabis-Werbung mit Söder-Doppelgänger geht viral – während das Gesetz scheitert
Ein Cannabis-Unternehmen sorgt mit einer umstrittenen Werbung für Aufsehen, in der ein pixelierter Doppelgänger von Markus Söder zu sehen ist – Bayerns Ministerpräsident und ein bekannter Gegner der Legalisierung. Das Video, produziert von Dr. Ansay, einem Online-Portal für den Verkauf von medizinischen Cannabis-Bescheinigungen, hat auf YouTube innerhalb eines Monats bereits über 1,7 Millionen Aufrufe verzeichnet.
Unterdessen wird das deutsche Cannabisgesetz, das den privaten Anbau und Besitz in begrenztem Umfang erlaubt, derzeit überprüft. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Gesetz weder den Schwarzmarkt spürbar eingedämmt noch die Konsumgewohnheiten wesentlich verändert hat.
Die von Unternehmer Can Ansay in Auftrag gegebene Werbung vermeidet es, Cannabis direkt zu erwähnen. Stattdessen nutzt sie einen fiktiven Hinweis, um mögliche Plattformbeschränkungen oder rechtliche Konsequenzen zu umgehen. Zuschauer werden auf die Website von Dr. Ansay weitergeleitet, wo ein Rezept für medizinisches Cannabis lediglich durch das Ausfüllen eines vorformulierten Fragebogens erhältlich ist – ohne ärztliche Konsultation.
Söder, bekannt für seine harte Haltung gegen die Legalisierung, hatte einst erklärt, dass "Bayern kein Paradies für Kiffer" werde. Seine Partei, die CSU, hatte gemeinsam mit der CDU zuvor versucht, die Entkriminalisierungsbestrebungen rückgängig zu machen, scheiterte jedoch am Widerstand der SPD während der Koalitionsverhandlungen. Die Veröffentlichung der Werbung fällt mit der geplanten Evaluation des Cannabisgesetzes durch die Regierung zusammen. Vorläufige Daten zeigen, dass das Gesetz seit seiner Einführung kaum Auswirkungen auf den illegalen Handel oder die Konsumgewohnheiten hatte.
Die virale Verbreitung des Spots unterstreicht die anhaltende Debatte um die Cannabispolitik in Deutschland. Angesichts der nun anstehenden offiziellen Prüfung des Cannabisgesetzes wird dessen Wirkung – oder deren Ausbleiben – auf den Schwarzmarkt und den Konsum genau unter die Lupe genommen. Besonders umstritten bleibt die einfache Verfügbarkeit von medizinischem Cannabis über Plattformen wie die von Dr. Ansay.






