10 January 2026, 00:40

Preiskampf bei Aldi und Norma zerstört Jobs in der Fleischbranche

Eine Glasvitrine in einem Fleischgeschäft, die Tabletts mit Fleisch und Preisschildern zeigt, Gebäude und Bäume durch die Scheibe sichtbar und die Decke des Raums oben im Bild.

Preiskampf bei Aldi und Norma zerstört Jobs in der Fleischbranche

Seit dem Herbst sinken die Preise für Schweinefleisch und Milchprodukte – mit schweren Folgen für Landwirte und Lebensmittelhersteller. Supermärkte wie Aldi Süd und Norma haben die Preise für Hackfleisch, Wurst und Fleischstücke drastisch gesenkt und damit Sorgen um die Zukunft der Branche geschürt. Die jüngsten Preiskürzungen sind Teil eines breiteren Preiskampfs, der bereits im vergangenen Jahr mit Rabatten auf Butter begann.

Der Preisverfall ist deutlich spürbar: Aldi Süd bietet ein 800-Gramm-Paket Schweinehackfleisch mittlerweile für 3,79 Euro an – ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Preisen. Die Kette hat zudem die Preise für Gyros, Schweineschnitzel, Koteletts und Gulasch reduziert. Der Konkurrent Norma zog nach und senkte die Preise für Schweinekoteletts, Minutensteaks und Rinderhack.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) hat ihren Richtpreis für Schweinefleisch erst kürzlich um 15 Cent auf 1,45 Euro pro Kilogramm gesenkt – ein Rückgang von 10 Prozent innerhalb nur einer Woche. Der Trend begann bei der Butter, wo 250-Gramm-Packungen nun weniger als einen Euro kosten, doch die Auswirkungen haben längst auch die Fleisch- und Milchbranche erfasst. Die Folgen sind bereits sichtbar: Die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG wird ihr Werk in Britz (Brandenburg) schließen, wodurch 500 Arbeitsplätze wegfallen. Auch der Fleischkonzern Vion hat angekündigt, seinen Rinderschlachtbetrieb in Hilden bis zum 28. Januar zu schließen – betroffen sind rund 160 Mitarbeiter.

Landwirte und Branchenverbände warnen, dass der Preisdruck die Umstrukturierung in der Schweinehaltung beschleunigen wird und kleinere Betriebe aus dem Markt drängen könnte. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) schlägt Alarm angesichts der strukturellen Veränderungen in der Branche. Da die Gewinne schrumpfen, könnten weitere Betriebsschließungen und Entlassungen folgen, sofern sich die Marktlage nicht bessert.

Während die Supermärkte weiterhin die Preise drücken, wirken sich die Folgen entlang der gesamten Lieferkette aus. Die ersten Werksschließungen und Stellenstreichungen haben bereits begonnen, Hunderte Arbeitnehmer sind betroffen. Landwirte und Hersteller stehen nun vor schwierigen Entscheidungen – doch vom anhaltenden Preiskampf ist vorerst keine Entspannung in Sicht.