RAW-Gelände in Berlin: Kulturerbe oder Wohnungsbau – der Kampf um Cassiopeia
Kristiane DippelRAW-Gelände in Berlin: Kulturerbe oder Wohnungsbau – der Kampf um Cassiopeia
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden kulturellen Zentrums, steht auf dem Spiel. Der seit Langem schwelende Konflikt zwischen der Kurth-Gruppe, dem Senat und dem Bezirk hat sich zugespitzt – es geht um Pläne für Wohnungsbau und den Erhalt der historischen Kulturstätten.
Das RAW-Gelände begann einst als Reichsbahn-Ausbesserungswerk. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich zu einem lebendigen Kulturort mit Konzertsälen, einem Biergarten, einem Skatepark, einer Boulderhalle sowie Märkten für Möbel, Weihnachtsartikel und Flohmarktstände.
Seit über zehn Jahren streiten die Kurth-Gruppe, der Senat und der Bezirk darüber, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und wie viel vom kulturellen Erbe der Fläche erhalten bleibt. Im Januar trieb die Kurth-Gruppe eine schnellere Baugenehmigung voran, doch Senat und Bezirk blockierten sie Mitte Mai.
Erst kürzlich versammelten sich Demonstranten vor den Büros der Kurth-Gruppe mit dem Slogan „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“. Senat und Bezirk werfen der Gruppe vor, die Clubs auf dem Gelände und die soziokulturelle Vielfalt zu gefährden. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsklagen erhalten, andere könnten folgen. Cassiopeia droht bereits nächste Woche die Zwangsräumung.
Der Konflikt bleibt ungelöst, die Balance zwischen Bebauung und Kulturerhalt ist weiterhin unklar. Der Club Cassiopeia und andere Veranstaltungsorte stehen vor der akuten Schließungsgefahr, während die Kurth-Gruppe weiterhin auf ihre Baupläne pocht.
