Rechtsextreme Combat 18: Verfahren gegen mutmaßliche Anführer vorläufig eingestellt

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
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Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden und hält Schilder, mit einer Fahne und einem Apfel auf der Straße, und eine Frau steht rechts daneben und sieht besorgt aus.Kristiane Dippel

Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorerst ausgesetzt - Rechtsextreme Combat 18: Verfahren gegen mutmaßliche Anführer vorläufig eingestellt

Ein deutsches Gericht hat das Verfahren gegen vier mutmaßliche Anführer der verbotenen rechtsextremen Gruppe Combat 18 Deutschland vorläufig eingestellt. Das Landgericht Dortmund knüpfte die Einstellung an Bedingungen: Jeder der Angeklagten muss bis Mitte August 500 Euro an ein Kinderhilfswerk zahlen. Der Fall steht im Zusammenhang mit einer bundesweiten Razzia gegen neonazistische Netzwerke im Jahr 2022.

Die vier Männer gehörten zu 17 Personen, die im April 2022 bei koordinierten Großrazzien in ganz Deutschland festgenommen worden waren. Die Behörden hatten sich dabei gegen Combat 18 Deutschland gerichtet, eine Gruppe, die 2020 wegen der Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts und der Untergrabung der verfassungsmäßigen Ordnung verboten worden war. Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, die Organisation mindestens bis zum Frühjahr 2022 weitergeführt zu haben.

Laut Anklage soll einer der Männer die Führung übernommen und mindestens 14 geheime Treffen organisiert haben, darunter Aufnahmerituale für neue Mitglieder. Zwei weitere Angeklagte werden beschuldigt, diese Zeremonien geplant und überwacht zu haben. Ein vierter Mann soll rechtsextreme Rockkonzerte veranstaltet und Merchandise-Artikel mit Symbolen der Gruppe vertrieben haben.

Das Gericht begründete die vorläufige Einstellung mit der zu erwartenden Verfahrensdauer und der Wahrscheinlichkeit, dass im Falle einer Verurteilung lediglich Geldstrafen verhängt worden wären. Falls die Angeklagten die Zahlungsfrist einhalten, wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Die Aussetzung des Verfahrens ist an die Bedingung geknüpft, dass jeder der vier Männer bis Mitte August 500 Euro an ein Kinderdorf überweist. Bei Erfüllung dieser Auflage werden die Vorwürfe ohne weitere rechtliche Konsequenzen fallengelassen. Das Urteil stellt eine vorläufige Lösung in den anhaltenden Bemühungen Deutschlands dar, rechtsextreme Netzwerke zu zerschlagen.