Rechtsstreit um Leverkusener Rheinbrücke: NRW und Porr liefern sich Millionen-Klage
Horst-Dieter GertzRechtsstreit um Leverkusener Rheinbrücke: NRW und Porr liefern sich Millionen-Klage
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes verteidigt, einen Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr zu kündigen. Streitpunkt ist die neue Rheinbrücke in Leverkusen, bei der Mängel in Stahlbauteilen vor über sechs Jahren zur Vertragsauflösung führten. Nun läuft vor dem Landgericht Köln ein Rechtsstreit, in dem beide Seiten hohe Forderungen geltend machen.
Das Land hatte den Vertrag mit Porr gekündigt, nachdem systematische Baumängel und fehlerhafte Stahlteile im Brückenprojekt entdeckt worden waren. Wüst sagte aus, dass Reparaturen die geforderten Standards nicht erfüllt hätten, weshalb das Land auf einen kompletten Neubau bestand. Die Bundesregierung verklagt Porr nun auf über 350 Millionen Euro Schadensersatz.
Porr hat seinerseits eine Gegenklage eingereicht und fordert mehr als 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und entgangene Aufträge. Die gesamten finanziellen Risiken – inklusive Zinsen – könnten sich auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Trotz des laufenden Verfahrens betonte Verkehrsminister Oliver Krischer, dass das Land keine negativen Folgen aus dem Urteil erwarte.
Am Bau der neuen Leverkusener Rheinbrücke wird unterdessen weitergearbeitet: Geplant sind zwei parallele Brücken, von denen eine bereits in Betrieb ist. Für die zweite Brücke laufen derzeit die Stahlbauarbeiten, während die Montage der Pylone für September 2026 vorgesehen ist. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für Mitte 2028 geplant.
Der Rechtsstreit bleibt vorerst ungelöst, beide Seiten tragen ihre Ansprüche vor Gericht vor. Das Brückenprojekt selbst schreitet indes voran, mit wichtigen Meilensteinen in den kommenden Monaten. Die endgültigen Baukosten und das Ergebnis des Prozesses hängen von der richterlichen Entscheidung ab, die in den nächsten Monaten erwartet wird.
