Regen kann den Kölner Rosenmontagszug nicht stoppen – Satire trifft Politik
Horst-Dieter GertzHöhepunkt des Straßenkarnevals: Kölns Rosenmontagszug hat begonnen - Regen kann den Kölner Rosenmontagszug nicht stoppen – Satire trifft Politik
Kölner Rosenmontagszug startet bei Regenwetter – mit Süßigkeiten, Blumen und politischer Satire
Um 10:00 Uhr setzte sich der berühmte Kölner Rosenmontagszug bei nassem Wetter von der Severinstorburg aus in Bewegung. Das diesjährige Motto "ALAAF – Mer dun et för Kölle" ("Wir tun es für Köln") würdigt das Engagement der Ehrenamtlichen in der Stadt. Entlang der Strecke werden den Zuschauern rund 300 Tonnen Süßigkeiten und 300.000 kleine Blumensträuße zugeworfen.
Die etwa vierstündige Parade endet voraussichtlich gegen 13:30 Uhr, wenn die ersten Wagen das Ziel erreichen. Viele von ihnen greifen politische Themen auf – darunter den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD in den Umfragen. Andere Wagen karikieren Versuche deutscher Politiker, sich beim früheren US-Präsidenten Donald Trump beliebt zu machen.
Düsseldorf setzt auf beißende Satire – und riskiert juristische Konsequenzen In der Nachbarstadt Düsseldorf fällt die Kritik noch schärfer aus: Ein Motiv zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Steuer einer mit "AfD" beschrifteten Drohne, ein anderes bildlich, wie Putin und Trump Europa "verspeisen". Diese Entwürfe haben Russland auf den Plan gerufen – ein Gericht in Moskau hat den Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly wegen Verleumdung angeklagt. Ihm drohen Geldstrafen oder bis zu zehn Jahre Haft, weil er Putin und russische Staatsinstitutionen verspotten soll. Tilly selbst nimmt am Prozess in Moskau nicht teil.
Auch Mainz feiert heute mit einem eigenen Umzug, doch sowohl Düsseldorf als auch Mainz warten traditionell, bis der Kölner Zug losrollt.
Trotz Regen: Karneval zwischen Heimatstolz und politischer Provokation Die Feiern gehen trotz des schlechten Wetters weiter – in Köln mischen sich lokale Verbundenheit und gesellschaftskritische Kommentare auf den Wagen. Derweil zeigt der Rechtsstreit um Düsseldorfs satirische Motive, wie riskant es ist, ausländische Staatschefs mit Karnevalshumor anzugreifen. Die Umzüge bleiben dennoch ein Höhepunkt der Session und ziehen Jahr für Jahr Hunderttausende an.






