Regenbogenstufen in Aachen: Solidarität oder Streitpunkt an der Gesamtschule
Christoph DöhnRegenbogenstufen in Aachen: Solidarität oder Streitpunkt an der Gesamtschule
Eine Aachener Gesamtschule verwandelt ihr Haupteingangstreppe in ein Regenbogen-Symbol für LGBTQ+-Unterstützung – doch nicht alle Schüler:innen sind begeistert
An einer Gesamtschule in Aachen erstrahlt die Haupteingangstreppe seit Kurzem in Regenbogenfarben – ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit LGBTQ+-Schüler:innen. Das Projekt, initiiert von der Schülergruppe All Inclusive, soll Sichtbarkeit und Akzeptanz fördern. Während einige die Veränderung feiern, umgehen andere die Stufen bewusst.
Die Idee zu den Regenbogenstufen stammte von der schulischen Diversitätsgruppe All Inclusive, einem Zusammenschluss von Schüler:innen, die sich für queere Jugendliche einsetzen. Der Name des Kollektivs steht programmatisch für Zugehörigkeit – alle sollen sich willkommen fühlen. Die Gesamtschule Aachen-Brand trägt bereits seit zweieinhalb Jahren das Siegel "Schule der Vielfalt" und unterstreicht damit ihr langjähriges Engagement für Inklusion.
Doch trotz dieser Bemühungen sehen sich Mitglieder von All Inclusive weiterhin täglich mit homophoben und transfeindlichen Beleidigungen konfrontiert. Kira Walter, eine aktive Mitstreiterin der Gruppe, berichtet von Vorfällen, bei denen Schüler:innen mit abwertender Sprache beschimpft wurden. Die bunt gestalteten Stufen sollen genau solchen Anfeindungen etwas entgegensetzen – indem queere Identitäten sichtbarer werden.
Nicht alle Schüler:innen stehen jedoch hinter der Aktion. Einige nehmen nun lieber einen Umweg in Kauf, um die Regenbogentreppe zu meiden. Jil Kelmes, ein weiteres Mitglied von All Inclusive, zeigt sich enttäuscht von dieser Ablehnung. Die Gruppe plant aber bereits weitere Projekte, um queeren Jugendlichen zu zeigen, dass sie sich nicht verstecken müssen.
Schulleiter Andreas Lux betont, dass die Arbeit an Vielfalt darauf abzielt, dass sich jede:r Schüler:in sicher und respektiert fühlt. Die Regenbogenstufen sind dabei nur ein Baustein in einem fortlaufenden Prozess.
Die farbenfrohen Stufen am Schuleingang sind nun ein leuchtendes – wenn auch umstrittenes – Symbol. Während sie für die einen Fortschritt verkörpern, macht die Reaktion anderer deutlich, vor welchen Herausforderungen LGBTQ+-Schüler:innen nach wie vor stehen. Die Gruppe All Inclusive bleibt entschlossen, mit künftigen Initiativen für mehr Akzeptanz zu kämpfen.






