Revolutionäre Früherkennung: Wie Forscher Kartoffelkrebs rechtzeitig stoppen wollen

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
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Eine alte Werbung mit einem Kartoffelbild und Text, der eine Kartoffelpflanze und ihre Zutaten beschreibt.Kristiane Dippel

Revolutionäre Früherkennung: Wie Forscher Kartoffelkrebs rechtzeitig stoppen wollen

Neue Methode zur Früherkennung von Kartoffelkrebs könnte Bauern vor verheerenden Verlusten bewahren

Forschende in Deutschland und den Niederlanden haben ein Verfahren entwickelt, mit dem infizierte Kartoffeln noch vor dem Auftreten sichtbarer Symptome identifiziert werden können. Die Krankheit, die Felder jahrzehntelang für den Kartoffelanbau unbrauchbar machen kann, verfügt derzeit über kein zuverlässiges Frühwarnsystem für den kommerziellen Einsatz.

Wissenschaftler:innen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg entdeckten, dass befallene Kartoffeln eine charakteristische chemische Signatur abgeben. Sieben spezifische flüchtige organische Verbindungen (VOCs) weisen auf das Vorhandensein der Krankheit hin. Obwohl der Mensch den Unterschied nicht riechen kann, lassen sich diese Marker mit empfindlichen technischen Systemen nachweisen.

Labor- und Gewächshausversuche haben bereits vielversprechende Ergebnisse geliefert. Seit 2024 laufen Freilandtests in Nordrhein-Westfalen und Flevoland, geleitet von Einrichtungen wie dem Julius Kühn-Institut (JKI) und der Universität Wageningen. Die Methode befindet sich noch im experimentellen Stadium, könnte aber bald über den Forschungsrahmen hinaus Einsatz finden.

Bei Erfolg könnte das Verfahren zu einem tragbaren Schnelltest für Landwirt:innen führen, der Vor-Ort-Kontrollen ohne Wartezeit auf Laborergebnisse ermöglicht. Die Forschenden gehen zudem davon aus, dass sich der Ansatz langfristig auch zur Erkennung anderer Kartoffelkrankheiten und Pflanzenschädlinge eignen könnte.

Kartoffelkrebs bleibt eine ernsthafte Bedrohung – befallene Felder müssen oft über Jahrzehnte aus dem Anbau genommen werden. Die neue VOC-basierte Nachweismethode bietet eine mögliche Lösung für frühzeitiges Eingreifen. Weitere Feldversuche werden zeigen, ob sie sich in den kommenden Jahren als Standardwerkzeug für Landwirt:innen etablieren kann.