SC Paderborn setzt auf künstliches Sonnenlicht für perfekten Stadionrasen
Kristiane DippelSC Paderborn setzt auf künstliches Sonnenlicht für perfekten Stadionrasen
Mysterioses Leuchten über SC Paderborns Fußballstadion
In den letzten Wochen erhellt ein rätselhaftes Licht die nächtliche Atmosphäre über dem Fußballstadion in SC Paderborn. Der helle Strahl stammt von einer hochmodernen Beleuchtungsanlage, die der SC Paderborn installiert hat, um ein drängendes Problem zu lösen: Die dicht gebauten Dachkonstruktionen des Stadions blockieren in den dunklen Monaten sowohl natürliches Licht als auch Luftzirkulation. Die Lösung ist ein technologisch anspruchsvolles System, das Sonnenlicht simuliert. Sensoren und eine spezielle Software berechnen den exakten Bedarf des Rasens – das Lichtspektrum wird präzise eingestellt, um das Wachstum optimal zu fördern.
Ziel ist es, den Spielfeldbelag zu schonen und teure Sanierungen im Frühjahr zu vermeiden. Für den Verein ist eine gut gepflegte Fläche essenziell, und die Beleuchtung sorgt dafür, dass der Rasen ganzjährig grün bleibt. Kritik kam jedoch von der Volkssternwarte Paderborn, die die "Lichtverschmutzung am Himmel" durch das System anprangerte.
Als Reaktion darauf wird der SC Paderborn die Lichter künftig bereits um 22 Uhr abschalten. Solche Technologien sind in Europa noch selten, doch das Tottenham Hotspur Stadium nutzt ein ähnliches System. Dort wird der ausfahrbare Rasen unter der Südtribüne bis zu zehn Tage lang mit künstlichem Tageslicht, Belüftung und Bewässerung versorgt, um ihn in Topform zu halten.
Die Wachstumslichtanlage bleibt zwar in Betrieb, allerdings mit reduzierten Betriebszeiten. Die Anpassung soll einen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des Vereins und den Bedenken der lokalen Gemeinschaft schaffen. Der SC Paderborn bleibt damit einer der wenigen Clubs in Europa, die auf diese fortschrittliche Methode der Platzpflege setzen.






