Scholz fehlt bei Weiberfastnacht – doch der Karneval bleibt in seinem Herzen
Christoph DöhnScholz fehlt bei Weiberfastnacht – doch der Karneval bleibt in seinem Herzen
Bundeskanzler Olaf Scholz wird Weiberfastnacht fernab der lebhaften Karnevalsfeiern im Rheinland in Brüssel verbringen. Trotz seiner offiziellen Termine plant er, bei einer späteren Sitzung mit dem Bundeskabinett etwas Festtagsstimmung aufkommen zu lassen. Der Anlass hat für ihn eine persönliche Bedeutung, denn sein Geburtstag fällt auf den 11. November – ein Datum, das tief mit den Karnevalstraditionen verbunden ist.
Scholz, geboren am 11. November 1955, fühlt sich seit jeher dem Karneval verbunden. Seine Wurzeln in der Sauerland-Region, die einst zum Kurfürstentum Köln gehörte, brachten ihn mit Karnevals- und Schützenfesten in Berührung. Eine rheinische Großmutter aus Andernach vertiefte diese kulturelle Prägung noch.
Weiberfastnacht selbst blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Im 19. Jahrhundert im Rheinland entstanden, begann der Brauch, als Wäscherinnen sich gegen die von Männern dominierten Zünfte und Behörden auflehnten. Ab 1824 wurde die Tradition der weiblichen Herrschaft während des Karnevals offiziell verankert. Die Ursprünge reichen jedoch noch weiter zurück – bis zu den römischen Saturnalien, die nach Köln gelangten und bei denen Rollentausch und "Narrenfreiheit" im Mittelpunkt standen. Diese heidnischen Bräuche verschmolzen später mit den christlichen Vorfastenritualen.
In diesem Jahr wird Scholz die Feierlichkeiten verpassen, da er an einem nicht öffentlichen Strategietreffen in der Nähe von Brüssel teilnimmt. Im Fokus stehen dabei die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Später möchte er jedoch etwas Karnevalsflair in die Bundeskabinettsitzung einbringen – eine Mischung aus Pflicht und Tradition.
Scholzs Geburtstag fiel im vergangenen Jahrhundert dreimal auf ein "rundes" Alter: 22, 33 und 44 Jahre. Seine Verbundenheit mit dem Karneval bleibt bestehen, auch wenn ihn seine amtlichen Verpflichtungen von den Feiern fernhalten. Der Tag wird politische Diskussionen mit einem Verweis auf die lebendigen Traditionen des Rheinlands verbinden.






