Sepp Piontek: Wie ein Deutscher das "Dänische Dynamit" prägte und den Fußball revolutionierte

Nina Pohl
Nina Pohl
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Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Gruppe von Männern, die auf einem Feld Fußball spielen, mit Zuschauern im Hintergrund und einer Tafel mit der Aufschrift "Bundesliga 1978-79 Ajax 1-1 Hannover 96."Nina Pohl

Hjulmand: "Piontek wird immer in unserer Erinnerung bleiben" - Sepp Piontek: Wie ein Deutscher das "Dänische Dynamit" prägte und den Fußball revolutionierte

Sepp Piontek, der deutsche Trainer, der den dänischen Fußball heute revolutionierte, ist verstorben. Sein Vermächtnis umfasst die Prägung einer mutigen, offensiv ausgerichteten Spielweise der Nationalmannschaft, die als "Dänisches Dynamit" in die Geschichte einging. Kasper Hjulmand, Cheftrainer von Bayer Leverkusen, würdigte den Verstorbenen nun in einer bewegenden Hommage – einen Mann, der den Sport nachhaltig geprägt hat.

Piontek übernahm 1979 die dänische Nationalmannschaft und führte sie bis 1990. Er etablierte einen disziplinierten, aber Angriff betonenden Stil, der technisches Können mit taktischer Ordnung verband. Unter seiner Ägide entwickelte sich Dänemark zu einer schlagkräftigen Mannschaft, die den Spitznamen "Dänisches Dynamit" erhielt.

Seine größten Erfolge feierte er in den 1980er-Jahren. Bei der EM 1984 zog Dänemark nach einem spektakulären 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Portugal am 27. Juni 1984 in Marseille ins Halbfinale ein. Zwei Jahre später qualifizierte sich das Team für die WM 1986 und erreichte das Achtelfinale. Sein Einfluss war so tiefgreifend, dass er – obwohl Deutscher – 1984 zum "Dänen des Jahres" gewählt wurde.

Bevor Piontek als Trainer arbeitete, war er selbst als Profi in Deutschland aktiv, unter anderem für Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf und den FC St. Pauli. Seine Trainingsphilosophie verband deutsche Disziplin mit dänischer Mentalität – eine Synthese, die Hjulmand besonders hervorhebt.

Pionteks Wirken ging weit über Titel hinaus: Er formte die Fußball-Identität Dänemarks heute neu und hinterließ ein System, das Kreativität und Struktur gleichermaßen schätzte. Sein Tod löst nun Reflexionen aus, wie ein einziger Trainer die Herangehensweise einer ganzen Nation an diesen Sport so nachhaltig verändern konnte.