Sieben Wasserstoff-Müllwagen in Bielefeld stehen still – wegen einer gesperrten Tankstelle

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
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Ein großes Daimler-Sattelfahrzeug auf einer Ausstellung, umgeben von Menschen, mit einer Texttafel auf der Rückseite, einer Wand und einer Decke mit Leuchten und Metallstangen.Kristiane Dippel

Sieben Wasserstoff-Müllwagen in Bielefeld stehen still – wegen einer gesperrten Tankstelle

Sieben wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge in Bielefeld bleiben ungenutzt – wegen rechtlicher Hürden bei der Betankung an der tankstelle in der nähe**

Die sieben mit Wasserstoff betriebenen Müllwagen in Bielefeld stehen still, weil sie nicht an der tankstelle in der nähe betankt werden dürfen. Der Grund: Eine nahegelegene Wasserstofftankstelle, die ursprünglich für Busse im Rahmen eines verkehrsspezifischen Förderprogramms gebaut wurde, ist für Abfallfahrzeuge gesperrt. Das Problem ist beispielhaft für die Schwierigkeiten in ganz Europa, wo Wasserstoff-Projekte für Fahrzeugflotten unter hohen Kosten und starren Vorschriften leiden – Hindernisse, die bei elektrischen Alternativen nicht auftreten.

Die Fahrzeuge waren Teil eines Pilotprojekts zur Reduzierung von Emissionen in kommunalen Fuhrparks. Doch die nächstgelegene kompatible tankstelle in der nähe, 80 Kilometer entfernt, wird Ende 2025 wegen zu geringer Nachfrage geschlossen. Selbst wenn die Fahrzeuge dort betanken würden, würde die Hin- und Rückfahrt mehr als die Hälfte ihrer Reichweite von 300 Kilometern verbrauchen – für die eigentliche Müllabfuhr blieben nur noch 30 Kilometer übrig.

Ein europaweites Muster: Tankstellen schließen, Fahrzeuge stehen still

Bielefeld ist kein Einzelfall. In Duisburg verloren sieben Wasserstofffahrzeuge zu Jahresbeginn 2025/2026 ihre Tankmöglichkeit, nachdem bereits eine Station in Rheda-Wiedenbrück aus demselben Grund geschlossen worden war: Zu wenige Kunden rechtfertigten den Betrieb. Dieses Szenario wiederholt sich weltweit, während die öffentliche Wasserstoffinfrastruktur schrumpft.

Anders als bei Ladestationen für E-Fahrzeuge sind Wasserstofftankstellen oft an enge Förderprogramme mit strengen Nutzungsauflagen gebunden. Eine für Busse geförderte Station darf etwa rechtlich keine Müllfahrzeuge beliefern – selbst wenn Kapazitäten frei wären. Diese starren Regeln machen die Projekte anfällig, da sie von isolierten Budgets abhängen und hohe Prüfrisiken bergen. Elektrische Flotten lassen sich dagegen leichter ausbauen, weil die Ladeinfrastruktur günstiger, flexibler und nicht an bestimmte Fahrzeugtypen geknüpft ist.

Teurer Kreislauf: Hohe Investitionen, geringe Auslastung, hohe Risiken

In ganz Europa folgen Wasserstoff-Pilotprojekte einem ähnlichen, kostspieligen Muster: Teure Fahrzeuge werden mit Millionen teuren Tankstellen kombiniert, die kaum wirtschaftlich betrieben werden können. Kommunen riskieren hohe Verluste, solange Wasserstoff nicht wie Strom oder Erdgas als allgemein verfügbarer Energieträger reguliert wird. Ohne diese Veränderung werden die hohen Investitionskosten, die geringe Nutzung und bürokratische Hürden solche Vorhaben weiter untergraben.

Die ungenutzten Müllfahrzeuge in Bielefeld offenbaren ein systemisches Problem bei der Finanzierung und Verwaltung der Wasserstoffinfrastruktur. Mit zwei bereits geschlossenen tankstellen in der nähe in Deutschland und weiteren in Gefahr wächst der Druck auf die Städte – finanziell wie operativ. Solange Wasserstoff nicht als universeller Kraftstoff behandelt wird, dürften sich ähnliche Störungen für abhängige Flotten wiederholen.

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